Weggehen müssen

Asylsuchende in Schondorf
Wohin?

Der Asylantrag der in Schondorf lebenden Familie Fazilju wurde abgelehnt. Das Ehepaar mit drei Kindern muss nach Preševo zurückkehren, wo es ihnen am Notwendigsten fehlt.
Das Netzwerks Asyl Ammersee West spricht von einem humanitären Desaster und bittet um Unterstützung. (Den vollständigen Aufruf kannst Du hier lesen)

Menschen statt Paragraphen

Asylanträge, Dublin-Verfahren, sichere Drittstaaten – natürlich kenne ich diese Begriffe aus den Nachrichten und der öffentlichen Diskussion. Sie bekommen aber eine andere Bedeutung, wenn sie Menschen betreffen, die ich regelmäßig sehe.
Formaljuristisch mag die Behandlung des Asylantrags der Familie Fazilju völlig in Ordnung sein. Es bedeutet aber, dass Menschen, die unsere Nachbarn waren, nun in eine sehr unsichere Zukunft geschickt werden.

Hilfe für den Neuanfang

Niemand weiß genau, was die Faziljus in Preševo erwartet. Wahrscheinlich nichts Gutes, wie das Netzwerk Asyl befürchtet. Um ihnen den Neuanfang ein wenig zu erleichtern, wurde eine Spendensammlung organisiert.
Wenn Du die Familie unterstützen möchtest, hier ist das Spendenkonto:

Asylhilfe-Sonderkonto bei der Katholischen Kirchenstiftung Mariä Heimsuchung
Sparkasse Utting
BYLADEM1LLD
IBAN DE 51 70052060 0000 151 332

Was Schondorf ausmacht

In der Diskussion über Bezahlbares Wohnen in Schondorf geht es auch viel darum „was Schondorf eigentlich ausmacht„. Für mich gehört dazu die Gemeinschaft und menschliche Nähe in unserem Ort, die Art wie Alteingesessene und Zugereiste zusammenleben.
Ich erinnere mich an die Familie auf dem Weihnachtsmarkt, die Kinder mit strahlenden Gesichtern, als Schondorfer unter Schondorfern. (Ist das jetzt zu kitschig? Kann sein, aber so habe ich es empfunden)
Wann werden die Kinder wohl wieder so unbeschwert fröhlich sein? Hier waren sie zuhause, dort sind sie unwillkommene Fremde.
Vielleicht können wir unseren Mitbürgern auch jetzt noch ein bißchen helfen, da sie unfreiwillig weggehen müssen.

Kommentare

  1. Menschen statt Paragraphen – genau das. Max Frisch hat ja in Zeiten des Wirtschaftswunders mal gesagt: "Wir haben Arbeitskräfte gerufen, und es sind Menschen gekommen." Was denkt eigentlich ein Politiker vor dem Einschlafen, wenn er gerade wieder ein, zwei Schutz suchende Familien hinausgeworfen hat? Ist er zufrieden, seine Pflicht erfüllt zu haben, oder denkt er nur an die nächste Wahl?

  2. Eisenkolb Gerhard

    Einen besonders üblen Beigeschmack hat neben der menschlichen Tragödie
    für mich vor allem, die Tatsache, dass die Familie einer Volksgruppe angehört, die im 3.Reich besonders verfolgt und ausgerotte werden sollte.

    Ich denke schon aus diesem Grunde steht Familie eine "Sonderbehandlung" durch deutsche Behörden zu und nicht eine Asyl-abfertigung nach 08/15.

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