Fortschritte bei den Fortgeschrittenen.

„Die Fortgeschrittenen“ ist der Name einer Gruppe, die am Ammersee ein gemeinschaftliches Wohnprojekt verwirklichen will. Ich habe über dieses Projekt letztes Jahr schon einmal geschrieben (siehe Wohnen für Fortgeschrittene)

Bebauungsplan für den Campus Schondorf am Ammersee
Bebauungsplan Prix-Gelände

Gemeinschaftliches Wohnen am Ammersee

Die Fortgeschrittenen sind schon länger auf der Suche nach einem Grundstück, um ihr Projekt zu realisieren. Baugrundstücke sind am Ammersee bekanntlich knapp und dadurch sehr teuer.
Darum entstand schon vor einem Jahr die Idee, sich an der Entwicklung des ehemaligen Prix-Geländes in Schondorf zu beteiligen. Auf diesem früheren Industrieareal will die Gemeinde bezahlbaren Wohnraum schaffen.

Plan für das Prix-Gelände

Nun ist diese Idee ein Stück weiter gereift, und die Fortgeschrittenen haben der Gemeinde einen konkreten Plan vorgelegt.
Die vollständige Präsentation kann man sich auf www.diefortgeschrittenen.de als Pdf herunterladen.
Konkret interessiert sich die Gruppe für den Grundstücksteil entlang der Bahnlinie. Hier ist im Bebauungsplan derzeit ein mehrgeschossiges, geschwungenes Gebäude vorgesehen, von den Planern vonMeierMohr liebevoll „der Aal“ genannt.
Die Fortgeschrittenen sehen den Aal allerdings als „klotzigen Riegel“ und möchten stattdessen einen gestaffelten 3-Geschossbau mit gemischten Dachformen, Gründachflächen, Balkonen und Übergängen. Gebaut werden soll er als modularer Holz-Hybridbau, wobei das erlaubte Baufenster nicht bis an die Grenzen ausgenutzt werden soll. Als Beispiele solcher Bauweise nennt die Präsentation unter anderem Häuser, die von den Architekten Kaden+Lager in Berlin errichtet wurden.

Bis zu 4600 m2

Idealerweise möchten Die Fortgeschrittenen das gesamte für den „Aal“ vorgesehene Grundstück von rund 4600 m2 erwerben. Vorsichtshalber wurden aber auch zwei weitere Anträge gestellt, um zwei bzw. ein Drittel der Fläche zu bekommen.
Genutzt werden soll die Bebauung nicht nur von den Mitgliedern der Gruppe, sondern es soll auch bezahlbarer Wohnraum für Gemeindebürger und passende Gewerbeeinheiten entstehen. Laut Präsentation wäre das möglich, weil Die Fortgeschrittenen ohne die üblichen maximalen Rendite-Interessen investieren würden.

Chance für neue Wohnformen?

Ich kann die Chancen des Projekts schlecht beurteilen. Um das gemeinschaftliche, kostengünstige Wohnen zu ermöglichen, müsste auch die Gemeinde auf die übliche Gewinnmaximierung verzichten. Da stünde dann wahrscheinlich schnell der Vorwurf der Mauschelei im Raum, wenn einem Bauträger ein Grundstück unterhalb des gängigen Verkehrswertes verkauft wird.
Aktuell arbeitet die Gemeinde Schondorf ja an einer Ausschreibung für das Prix-Gelände, um dann auf die Suche nach Interessenten zu gehen. Für einen kommerziellen Bauträger ist es vermutlich attraktiver, wenn er das gesamte Grundstück entwickeln kann.
Andererseits ist der Streifen entlang Bahnlinie und Uttingerstraße nicht der attraktivste Teil des Geländes. Würden die Fortgeschrittenen hier ihr Projekt realisieren, hätten die dahinterliegenden Flächen zumindest einen Lärmschutz zur Straße hin.
Es wird interessant sein zu verfolgen, wie die Gemeinde mit diesem Angebot umgeht. 

Kommentare

  1. Johannes Gronau

    Komisch. Da lässt man wieder mal irgendwelche fremden Leute ans Werk, anstatt den Einheimischen jungen Bürgern, die gerne im eigenen Dorf weiterleben würden, bezahlbare Wohnfläche zur Verfügung zu stellen.
    Ich bin sehr gespannt, wer es schafft, mit dem Grundstück Geld zu verdienen. Ein Veltrup oder anderer geldgieriger Makler sollte jedenfalls gnadenlos ausgeschlossen werden. Meine Meinung jedenfalls….

  2. Anonym

    ….und auch noch das 2."h" bei Philanthropen.
    Aber ich weiß, dass Sie das wissen und es, wie so oft im Internet, um einen reinen Tippfehler handelt.
    Mir passiert das trotz größter Aufmerksamkeit leider auch immer wieder.

  3. Anonym

    Für mich sieht das eher nach einer Gruppe älterer Herrschaften aus, die sich durch ein günstiges Gemeindegrundstück berreichern wollen. Ein Drittel des Wohnraums soll von "Fortgeschrittenen" genutzt, ein Drittel als "günstiger" Wohnraum an Einheimische vermietet und das letzte Drittel kommerziell genutzt werden. Natürlich kassieren die sozialen "Fortgeschrittenen" damit schön ab und es entstehen wesentlich weniger Wohnmöglichkeiten für uns Schondorfer. Ich hoffe nicht das der Gemeinderat so einem Projekt zustimmt, sondern ein normales Einheimischen-Modell aufsetzt, damit die lokale Bevölkerung wirklich davon profitiert.

  4. Ich bin kein Baufachmann, aber ich denke, dass die Gemeinde auch hier ein "normales Einheimischenmodell" vorschreiben kann. Das ist ja nichts anderes als bei jedem anderen Investor für das Prix-Gelände (der allerdings erst noch gefunden werden muss). Ob und in welcher Form diese Einheimischenmodelle nach der aktuellen EuGH Rechtssprechung überhaupt zulässig sind, kann ich nicht beurteilen, da streiten sich die Juristen.

  5. Das stimmt vermutlich: Irgendwer wird es schaffen, mit dem Grundstück Geld zu verdienen. Falls nicht, wird sich nämlich niemand finden um hier Wohnungen zu bauen. Die Gemeinde selber will es nicht machen und jeder Investor sucht natürlich einen Profit dabei. Ich halte nichts davon, irgendjemand von vornherein auszuschließen. Es liegt an der Gemeinde, die Vorgaben für soziale Bodennutzung und/oder Einheimischenmodell entsprechend festzuschreiben.

  6. Rainer Bohl

    Hehe, gar nicht komisch, wir sind großenteils Einheimische…wir würden bezahlbaren Wohnraum schaffen, wenn man uns denn läßt (siehe meine Antworten auch an anderer Stelle).
    Wer verdient Geld mit dem PRIX-Gelände ?
    Erstmal die Gemeinde, die angestrebte "Schwarze Null" (was normalerweise heißt, die eigenen Erwerbskosten plus Aufwendungen, plus Sicherheit, meinetwegen auch Infrastrukturzuschlag odgl.) wird allerdings durch eine MEISTBIETENDE Ausschreibung sehr wahrscheinlich zur "Goldgrube". Die Gemeinde kann durch diese Einnahmen locker die Schulden aus dem verteuerten Feuerwehrhaus etc. ausgleichen und die Protagonisten können sich mit diesen Erfolgen locker der Wiederwahl stellen.
    Natürlich auch die Investoren, die das Ganze realisieren, weil sich die Gemeinde zu progressiveren Modellen, wie z.B. einer eigenen Baugenossenschaft, überfordert sah, hoffentlich zu Konditionen, die sich auch normale Bürger leisten können, sei es Kauf oder Miete.
    Dann natürlich noch der eine oder andere Makler, der die freifinanzierten Flächen vermittelt.
    Das ist alles in den normalen Spannen legitim, was mich umtreibt, ist, daß die Gemeinde die Vorgaben so gestaltet, daß genau dieser angestrebte bezahlbare Wohnraum rein rechnerisch nicht möglich wird. Bezahlbare Mietwohnfläche wäre heute etwa um die neun Euro kalt…

  7. Rainer Bohl

    Lieber anonymer Blogger, wo haben Sie Ihre Informationen her ? In den zur Zeit herbeigeredeten sog. postfaktischen Zeiten, ist es offenbar schwer, gegen Vorurteile/Klischees die Tatsachen zur Wirkung zu bringen. Ich bin einer von diesen "älteren Herrschaften", die sich beileibe nicht über ein angeblich günstiges Grundstück "bereichern" wollen. Stattdessen bieten wir seit geraumer Zeit der Gemeinde an, auf der Basis der von der Gemeinde angestrebten "schwarzen Null", den ebenso von der Gemeinde gewünschten "bezahlbaren Wohnraum" auch tatsächlich und für Einheimische zu schaffen. Das geht nur, wenn wir langfristig auf übliche Renditen verzichten. Genau das haben wir in unserer Präsentation versprochen. Die Rechnung geht natürlich nur auf, wenn wir nicht in Konkurrenz zu Profi-Investoren stehen, denen es egal ist, wer die Wohnungen kauft oder ggf. mietet. Wenn die Gemeinde die große Fläche des ehem. PRIX-Geländes tatsächlich "meistbietend" verkaufen will, führt das nicht nur zu einer noch nicht dagewesenen exorbitanten Steigerung der Bodenrichtwerte (durch die Gemeinde !), sondern die Umsetzung der geplanten 30% Sozialquote mit sog. bezahlbarem Wohnraum scheint mehr als fraglich.
    Das ist genau das Gegenteil eines "normalen Einheimischen-Modells, daß ja den Zuzug (finanzstarker) Zuzügler verhindern will (was im übrigen gegen europäische Gleichheitsprinzipien verstößt).
    Natürlich hätte die Gruppe der Fortgeschrittenen, die beileibe nicht nur "geldige" Mitglieder hat, sondern ein ganz normales Abbild der Gesellschaft ist, für ihr Mehrgenerationenprojekt mit Schwerpunkt 50/60+, gerne einen Vorzugspreis für ein Grundstück, schlicht, weil unsere Bemühungen um zeitgemäße Wohnformwn nach einschlägigen Gesetzen förderungswürdig sind…übrigens wir sind größenteils Einheimische…

  8. Rainer Bohl

    #Wohnprojekt der Fortgeschrittenen
    Hi Renate, Du verfügst offensichtlich über Insiderwissen…wir können das doch gerne hier öffentlich machen, ich bin der Begründer des Gemeinschaftlichen Wohnprojekts und frage mich, was Du meinst, mit dem "Wandel" von was (?) zu einem Philanthropnen. Ich fühle mich mit der Zuschreibung eines Philanthropen nicht unwohl und Du weißt, daß mich schon immer ein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn geleitet hat. Wir würden uns gerne im ehemaligen PRIX-Gelände dafür einsetzen, daß nicht nur auf "meistbietendes" Wachstum gesetzt wird, sondern ein gutes Leben/Wohnen dort durch eine gute Mischung, Wohnen für Alle, erreicht wird. Das setzt eine faire Verteilungspolitik der Gemeinde voraus. Momentan sehe ich nicht, wie durch die Absicht, alle Grundstücke "meistbietend" zu verkaufen, das oft versprochene "bezahlbare Wohnen" entstehen soll.

  9. Anonym

    Ich sehe das auch so wie Sie, "sieht das eher nach einer Gruppe älterer Herrschaften aus, die sich durch ein günstiges Gemeindegrundstück bereichern wollen", warum nicht ein normales Einheimischen Modell? Die Schondorfer Bürger und Familien, die noch kein Eigentum haben, sollten hier bevorzugt werden und nur diese sollten den Vorzug bekommen.

  10. Liebe Diskussionsteilnehmer,

    es ist noch stets das konkrete Ziel des Gemeinderates günstigen Wohnraum zu schaffen und diesen auch – soweit mit EU-Recht vereinbar – vorzugsweise an Schondorferinnen und Schondorfer, die in unserem wunderschönen und attraktiven Dorf seit einiger Zeit leben und/oder arbeiten, zu vergeben. Dafür habe ich mich sehr eingesetzt. Tatsächlich gibt es hier nur geringe Gestaltungsspielräume für die Gemeinde dies zu Steuern, ein klassisches "Einheimischenmodell" mit 10 Jahren Ortsansässigkeit als Kriterium und mehr ist rechtlich leider nicht zulässig (Grundsatz der Gleichbehandlung gemäß EU-Recht). Ich hätte mir eine solche Regelung sehr gewünscht.
    Ziel ist es 30% bezahlbares Wochen zu schaffen und dabei deutlich unter den üblichen Vergleichsmieten zu bleiben. Hierbei geht es um Wohnraum für den Mittelstand, also die Erzieherin, den Handwerker oder den angestellten in der Gemeinde.
    Natürlich kann und darf die Gemeinde nicht in die Entwicklung der Marktpreise eingreifen. Unsere Möglichkeiten sind bereits durch die Schaffung des "verbilligten Wohnraums" ausgeschöpft. Schaffung sozial geförderten Wohnraums wäre eine Alternative. Jedoch unterhält die Gemeinde bereits ca. 50 Wohnungen für sozial schwächer gestellte.

    Würde die Gemeinde allerdings den Grund deutlich günstiger abgeben – an wen auch immer – würde sie geringe Einnahmen erzielen. Geld das an anderer Stelle nicht zur Verfügung steht, z.B. für Sanierungsmaßnahmen an Gebäuden, für Straßen oder andere Leistungen. Hier muss – schon von Gesetztes wegen – ein Interessenausgleich aller Bürger gewährleistet sein! Sozialpolitik im großen Stil kann und darf eine Gemeinde nicht machen. Das ist Aufgabe der Länder und des Bundes.

    Es ist in einem der Beiträge angeklungen, dass die Gemeinde in jüngster Zeit sich durch die Veräußerung von Grundstücken an der Preisentwicklung von Grundstückspreisen beteiligen würde. Es war eine richtige Entscheidung, und der aller größte Teil des Gemeinderates stand hinter dieser Entscheidung, dass wir in einem üblichen Bieterverfahren das Grundstück in Oberschondorf meistbietend veräußert haben. Die Gemeinde ist durch den Kauf und die damit verbundenen Investitionen im Zusammenhang mit dem Prix-Gelände, aber auch wegen anderer notwendiger Investitionen derzeit an Ihrer Verschuldungsgrenze. Wie Leo in einem anderen Betrag bereits angesprochen hat, stand die Einführung einer Straßenausbaubeitragssatzung im Raum, gegen die ich mich klar ausgesprochen habe. Natürlich müssen Straßen auch finanziert werden und zukünftig könnte eine solche Satzung ohnehin verpflichtend werden. Der Landtag hat dies vor einigen Monaten mit einer soll Bestimmung bereits angeregt! Eine „MUß“ Bestimmung wurde bereits in Fachkreisen diskutiert.
    Jedoch fand ich persönlich es kein gutes Signal auf der einen Seite sich um bezahlbaren Wohnraum zu bemühen und andererseits das Geld von anderen Bürgern wieder zu holen. Schließlich treffen die Kosten für die Straßensanierungen nicht automatisch die wohlhabenden Bürger. Beispielsweise werden gerade ältere Bürger mit kleiner Rente oder junge Familien von diesen Kosten oft hart getroffen. Diese Art der Umverteilung steht – meiner Meinung nach – einer Gemeinde nicht zu. Zudem wird an den Regularien für die Kostenverteilung der Straßenausbaubeiträge gerade viel nachgebessert, sodass die Verteilung zukünftig gerechter und auf mehr Schultern gelastet wird.

  11. Um nochmals auf den Grundstücksverkauf in Oberschondorf zurück zu kommen. Dieser diente dazu Geld in die Gemeindekasse zu bringen was in der derzeitigen Haushaltssituation Schondorfs der richtige Schritt war. Zudem wird der erzielte Quadratmeterpreis nur unwesentlich zu einer weiteren Entwicklung der Bodenrichtwerte beitragen. Jeder private Eigentümer würde auch versuchen das wirtschaftlich interessanteste Angebot zu wählen.

    Die Entscheidung für einen Bauherrn, die für unterschiedliche Lose im Prix-Gelände bieten können, wird im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung erfolgen. Auch hier ist eine Vergabe nach Sympathie oder wegen eines tollen Projektes im Sinne des Gemeinwohls und der Gleichbehandlung nicht angebracht. Es wird einen Bewertungsschlüssel geben, der unterschiedliche Aspekte berücksichtigen wird. Die Finanzen werden dabei einen gewichtigen Anteil darstellen, aber nicht den einzigen.

    Es wird ein interessantes Verfahren und ich persönlich finde das Projekt der "Fortgeschrittenen" sympathisch und freue mich darauf dieses als ein Projekt unter den Einsendungen vorgestellt zu bekommen!

  12. Wir haben die Unterlagen im Prix-Ausschuss vorbesprochen, natürlich müssen sie noch vom Gemeinderat verabschiedet werden. Es könnte sein, dass diese Abstimmung ein TOP in der nächsten GR-Sitzung am 14.12. wird. Wir versuchen das Projekt voranzutreiben, auch damit sich die Haushaltslage der Gemeinde nachhaltig entspannt.

  13. Rainer Bohl

    Neue Entwicklungen im Prix-Gelände könnten den letzten Blog-Beitrag hier oben von Gemeinderat Rainer Jünger ad absurdum führen.
    Der in der letzten GR-Sitzung am 1.2.17 kurz behandelte und dann verschobene Tagesordnungspunkt "…Baustelleneinrichtung für die Erweiterung der Realschule…"
    birgt doch einige Probleme mit noch unübersehbaren Folgen, samt finanziellen Konsequenzen für die Gemeinde, wenn sie dem Wunsch des Landkreises entspricht.
    Es kann meines Erachtens nicht sein, daß eine unnötig üppige Baustelleneinrichtung des Landkreises, die weit in das benachbarte Grundstück hineinreicht und somit das übrige, größere Bauvorhaben der Gemeinde über Gebühr behindert.
    Es geht um eine 2-3 jährige Verzögerung bei den südlichen Flächen (wenn es denn bei solchen Prognosen bleibt), mit Auswirkungen auf den gesamten geplanten Wohnbereich. Die Baulose können von den Investoren nicht vernünftig zusammengeführt werden, die Zuwegung/Erschließung kann nicht zusammenhängend erfolgen etc. Niemand kann wollen, daß hier eine unkoordinierte Dauerbaustelle entsteht.
    Jeder private Bauherr muß seine Baumaßnahmen üblicherweise auf seinem Grund abwickeln, bei beengten Baufenstern, durchaus heute die Regel, sind entsprechende Vorkehrungen zu treffen, die den Nachbarn nicht tangieren.
    Die Kostenfolgen, spätere Einnahmen, höhere Aufwände etc. für die Gemeinde sind nicht ab- und auch nicht ein-zusehen. Womöglich werden sich die Grundstücke weiter verteuern. Ich befürchte aber auch, daß mit den Behinderungen dieser "Luxus"-Baustelleneinrichtung das Interesse potentieller Investoren deutlich gemindert wird.
    Man darf gespannt sein, wie die lange angekündigte Ausschreibung wirkt, die neben dem Umstand, den Baugrund/die Baulose nicht komplett, sondern nur portionsweise zur Verfügung stellen zu können, außerdem Altlastenverdachtsflächen, unklare Grundwasserverhältnisse, Hochwasserschutz, Auflagen der Bahn, die 30% Sozialnutzung mit diversen Auflagen usw. enthält ?
    Auch die Gruppe der >Fortgeschrittenen<, die sich um ein Grundstück bewirbt, sieht erhebliche Schwierigkeiten, sollte sich die bisherige Perspektive, Bezug der Anlage vom Herbst '18 auf evtl. 2020/21 verschieben. Keiner weiß, wie sich die Marktverhältnisse in 3 Jahren darstellen.
    Ich hoffe sehr, daß sich unser Gemeinderat mit diesen Fragen nochmals gründlich befasst und eine Beeinträchtigung der Gemeindeinteressen durch das "Prassen mit fremdem Grund" ablehnt. Hier wird vom Landkreis das apostrophierte "gute kommunale Miteinander" einseitig genutzt. Unser Bürgermeister ist auch nicht zu beneiden, der solche Wünsche des Kreises als "Information, ggf. mit Abstimmung",
    sozusagen kooperativ, aber den Interessen der Gemeinde eher zuwiderlaufend, im Gemeinderat präsentieren muß…
    Rainer Bohl

  14. Liebe Frau Blaes, es geht um die Baudurchführung im Detail. In diesem speziellen Fall um den Aushub, also den ausgebaggerten Boden der Realschulbauten. Diesen möchte der Kreis für eine gewisse Zeit auf den nördlich angrenzenden Grundstücken der Gemeinde zwischenlagern, bevor dieser abtransportiert wird.
    Rainer Bohls leidenschaftliche Ausführungen kann ich an dieser Stelle beruhigende Argumente erwidern. Zum Einen hat der Gemeinderat einen entsprechenden Beschluss gefasst, dass die Nutzung des Anteils der der Gemeinde gehört nur so lange gestattet ist, solange es den Bauvorschrift der Gemeinde bzw. der Investoren nicht stört. Deshalb wurde die Verwaltung auch dazu angewiesen einen Raum-Zeitlichen Baufortschrittsplan für die unterschiedlichen Bauphasen beim Landratsamt zu erfragen. Dies hat Florian Gradl als Fachmann so vorgeschlagen.
    Zudem habe ich von unserem Landrat gehört, dass er den Darstellungen in der Zeitung ganz klar widerspricht. Der Aushub wird lediglich wenige Wochen auf dem Gemeindegrund gelagert.

    Bisher hat uns der Kreis nicht behindert sondern zeigt sich an vielen Stellen entgegenkommend. Z.B. sind die Sportstätten in Schondorf für die vielen Angebote zu wenig. Deshalb wird die 3-fach Turnhalle sehr viele Möglichkeiten für die Schondorfer Bürger schaffen.

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