Video: Musik und Tanz im Studio Rose

Auf die Eröffnung der Ausstellung von Lea Jade im Studio Rose hatte ich mich sehr gefreut (siehe Die Bewegung der Farbe der Töne) und ich wurde nicht enttäuscht. Ihr gemeinsamer Auftritt mit dem Tänzer Ugur Uzaroglu war ein eindrucksvolles Erlebnis. Ich habe versucht, etwas davon in einem Video einzufangen. Hier der Link zum Video: https://youtu.be/rzhaNKkxnic

Aus Noten werden Bilder

Wie die Kunsthistorikerin Katrin Bach in ihrer Einführung detailliert erläuterte, ist Lea Jade Synästhetikerin. Farben rufen bei ihr automatisch Klänge ins Bewußtsein, und andersherum kann sie auch Töne als Farben wahrnehmen. Sie nutzt diese Begabung als Komponistin und als Malerin.
Mir persönlich ist es völlig egal, ob ein Kunstwerk von einem Synästhetiker, Astrophysiker oder Peripatetiker geschaffen wurde. Wichtig ist mir, welche Emotionen es in mir weckt. Lea Jade’s Bildern gelingt die angestrebte Synthese von Licht und Klang. Die dichten, mehrfach geschichteten Temperafarben lösen bei mir musikalische Assoziationen aus, lassen mich an Rythmus und Melodie denken.
Eines dieser Bilder basiert auf dem Stück „Les Ondes Orientales“ von Dhafer Youssef. Den Entstehungsprozess kann man in diesem Video verfolgen: https://youtu.be/Ps64egI2ji8

Orientalische Wellen

Bei der Eröffnung im Studio Rose übersetze Ugur Uzaroglu diese „orientalischen Wellen“ in Bewegung. Sein Tanz wirkte in jedem Moment spontan und impulsiv. Trotzdem passte er so haargenau zu den Stimmungen der Musik, als hätte er es monatelang einstudiert.
Für ihn sei dieser Abend eine Premiere gewesen, erzählte mir der junge Tänzer später. Er habe zwar schon früher mit Lea Jade gearbeitet, aber noch nie ein 13 Minuten langes Stück als Improvisation getanzt.

Wie malt man Stille?

Am Ende spielte Lea Jade noch am Flügel eine Eigenkomposition zu ihrem Bild „Silence“. Ich hätte gedacht, dass die Umsetzung von Stille ein hauptsächlich weißes oder ein größtenteils schwarzes Bild wäre. Im Gegenteil ist aber „Silence“ eines der buntesten Bilder der Ausstellung. Erstaunlicherweise passt es aber trotzdem (oder deshalb?) zum Thema „Stille“.
Es tut mir leid, dass die Qualität des Videos, speziell beim Auftriit von Ugur, recht mäßig ist. Das liegt daran, dass für den Tanz stimmungsvoll das Licht gedämpft wurde. Ich habe aber gesehen, dass die Performance auch mit einer professionellen Kamera aufgenommen wurde. Sobald dieses Video online gestellt wird, werde ich es hier verlinken.

Die Ausstellung im Studio Rose ist noch dieses Wochenende (28./29. Oktober) geöffnet.

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