Was ist los im Studio Rose?

Aufmerksame Leser und Leserinnen werden bemerkt haben, dass ich schon länger nichts mehr über das Studio Rose in Schondorf geschrieben habe. Das liegt nicht daran, dass ich diesen Ausstellungsraum plötzlich nicht mehr mag – ganz im Gegenteil. Ich helfe ein bisschen bei der Website des Schondorfer Kreises (http://schondorfer-kreis.de/) mit, der bei vielen Veranstaltungen im Studio Rose beteiligt ist. Da ich diese Veranstaltungen nun ohnehin dort vorstelle, kommen sie in meinem eigenen Blog etwas zu kurz. Den selben Text zweimal zu veröffentlichen, käme mir blöd vor. Für mein Blog extra nochmal etwas Neues zu schreiben, ist mir zuviel Arbeit. Hier deshalb ein Überblick, was sich im ersten Halbjahr im Studio Rose getan hat und was in der zweiten Hälfte 2018 ansteht.

Keramik, Collagen und Märchen

Los ging es im Februar mit Malerei und Keramik von Ingeborg Kienzl: Bild und Ton (https://schondorf.blog/2018/02/18/bild-und-ton/)

Im März gab es die Collagen von Olaf Nie zu sehen: The artist is present – Teil 2 (https://schondorf.blog/2018/03/15/artist-is-present-teil-2/)

Im April zeigte Gudrun Daum ihre modernen Bearbeitungen deutscher Märchen: Gudrun Daum und Thelonious Monk (https://schondorf.blog/2018/04/08/gudrun-daum-und-thelonious-monk/)

Auch wenn danach in meinem Blog nicht mehr viel über das Studio Rose zu lesen war, gingen die Aktivitäten natürlich munter weiter.

Deutsche Märchen Reloaded im Studio Rose
„Zwerg Nase“ aus der Serie Deutsche Märchen Reloaded von Gudrun Daum

Efeu, Römer und Performancekunst

Im Mai zeigte Marius Polter seine Efeuskulpturen. Die Ausstellung ist mir nicht nur wegen der organischen Kunstwerke gut in Erinnerung, sondern auch wegen der mitreißenden Einleitung von Werner Kroener. „Ist das Kunst oder gehört das zum Gartenabfall„, fragte er provokant in seiner Eröffnungsrede: http://schondorfer-kreis.de/2018/05/14/gewachsene-kunstwerke/

Ebenfalls sehr lebendig war der Vortrag von Peter Kalus über die Römer am Ammersee. In Schondorf wurden bislang neben dem Badehaus noch keine weiteren Überreste der römischen Villa entdeckt. Trotzdem konnte Kalus durch Vergleich mit anderen Ausgrabungen ein recht präzises Bild von der Anlage und vom Leben in der Römerzeit zeichnen: http://schondorfer-kreis.de/2018/05/21/die-villa-rustica-in-schondorf/

Es ging dann im Mai schwungvoll weiter mit einem Auftritt der Münchner Performance-Künstlerin Ruth Geiersberger. Sie las aus den Memoiren von Marina Abramović, und machte aus der Lesung selbst eine Art Performance-Kunstwerk: http://schondorfer-kreis.de/2018/06/03/ruth-geiersberger-und-marina-abramovic/

Leiser und besinnlicher war die Gemeinschaftsausstellung von Karl Witti und Wiltrud Mühlberger. Im Prinzip beschäftigt beide Künstler die Zukunft der Welt. Mühlberger interpretiert die Entwicklung traurig und wütend, Witti dagegen poetisch und versponnen. http://schondorfer-kreis.de/2018/06/24/starke-kontraste-im-studio-rose/

Ebenfalls unterschiedliche künstlerische Positionen zeigte die Ausstellung der Keramikkünstlerin Angelika Paschmann und des Malers und Musikers Peter Grochol. Die Gemeinsamkeit war hier, dass sich beide gerne von fremden Kulturen inspirieren lassen. http://schondorfer-kreis.de/events/ausstellung-angelika-paschmann-peter-grochol/

Keramikkünstlerin Angelika Paschmann
Keramikkünstlerin Angelika Paschmann vor einem Bild von Peter Grochol

So geht es weiter im Studio Rose

Für das zweite Halbjahr steht wieder eine ganze Reihe interessanter Veranstaltungen an. Einen kompletten Überblick über das Jahresprogramm gibt es hier: http://www.studio-rose-schondorf.de/veranstaltungen

Im August wird der Maler Fritz Erler im Studio Rose vorgestellt (http://schondorfer-kreis.de/events/fritz-erler-kuenstlerkolonie-holzhausen/). Ich bin mal gespannt, ob dabei alle Aspekte seines Künstlerlebens zur Sprache kommen. Der in Holzhausen lebende Erler war einerseits mit seiner Arbeit für die Zeitschrift „Die Jugend“ einer der Pioniere des Jugendstils. Zu dieser Zeit gründete er auch die progressive Künstlervereinigung „Die Scholle“. Ab 1914 betätigte er sich aber als Propagandamaler für die deutsche Heeresleitung. In seinen Bildern glorifizierte er das massenhafte Abschlachten in den Schützengräben des 1. Weltkriegs. Diese Verherrlichung des Soldatentums gefiel den Nationalsozialisten ausgesprochen gut. Im Dritten Reich war er ein hochgeschätzter Maler und wurde von Hitler auf die „Gottbegnadetenliste“ der wichtigsten Kulturschaffenden gesetzt.

Dreimal weiblicher Blick

Im Gegensatz zu Erler haben die Arbeiten von Barbara Manns (https://www.babamas.de/) eine ansteckende Fröhlichkeit. Sie hat gerade für den Landsberger Kunstautomaten eine sehr pfiffige Arbeit erstellt (Ein Video dazu gibt es hier: https://youtu.be/wakIn_cIBy8) und ich bin gespannt auf mehr davon. In ihren Bildern, Linolschnitten, Collagen und Zeichnungen geht es immer um Menschen, und darum heißt auch ihre Ausstellung im September so: „Menschen“.

Im Oktober kommt die Dießener Malerin Julia Albrecht (http://julia-albrecht.de/) nach drei Jahren wieder ins Studio Rose. Das Magazin KulturLand lobte an ihrer letzten Ausstellung die „kunstvoll malerische Erinnerungsarbeit und den intimen Realismus„. Sie schaffe es, das oberflächliche Schauen geschickt einzufangen, und den Blick behutsam entschleunigt in die vielschichtigen Bilder zurückzulenken.

Die Damenreihe geht im Oktober mit einer Ausstellung der Augsburger Photographin Elke Zückert (http://elke-zueckert-kunst-fotografie.com/) weiter. Zückert fängt mit ihren Bildern gerne die Atmosphäre verlassener oder verfallender Orte ein. Dabei platziert sie oft wie zufällig zurückgelassene Kleidungsstücke, Handtaschen oder Stöckelschuhe in den Bildern. Diese optischen Stolpersteine zwingen einen förmlich dazu, sich weiter in die Bilder zu vertiefen. Ob da vielleicht noch weitere Spuren von vergangenem Leben zu entdecken sind?

Den Abschluss macht heuer János Fischer (http://janos-fischer.de/) im Dezember. Ich habe keine Ahnung was er zeigen wird, aber es wird sicher anregend und spannend. „Wir haben Dynamos in uns,“ hat er in einem seiner Texte geschrieben, „und je schneller sie drehen, umso heller leuchten wir!

Insgesamt sind das zwölf Ausstellungen in diesem Jahr. Nicht schlecht für eine kleine Gemeinde wie Schondorf, oder?

Studio Rose

Bahnhofstrasse 35
Schondorf am Ammersee
http://www.studio-rose-schondorf.de

Studio Rose, Schondorf am Ammersee

 

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