Bürgerbudget im Gemeinderat

In der Sitzung am 2. Oktober diskutierte der Schondorfer Gemeinderat die Bürgerbudget-Ideen. Dieses Bürgerbudget war heuer erstmals initiiert worden (Was machst Du mit € 1000?). Insgesamt 26 Ideen wurden eingereicht, die am 14. September öffentlich vorgestellt und diskutiert wurden (Schondorf sucht die Superidee).

Die Abstimmung bei dieser Veranstaltung ergab eine erste Reihenfolge. Danach war aber noch eine Woche lang Zeit, seine Stimme für einen der Vorschläge bei der Gemeinde abzugeben. Anscheinend haben viele Leute diese Möglichkeit genutzt. Gegenüber der ersten Abstimmung bei der Projektpräsentation hat sich die Reihenfolge dadurch noch einmal geändert.

Eine von 26 Bürgerbudget-Ideen
Eine der Ideen: 50 Bäume für Schondorf

Rangliste der Bürgerbudget-Ideen

Nach Auszählung aller Stimmen sieht die Rangfolge der jetzt Projektideen nun so aus (in Klammern jeweils das eingereichte Projektbudget):

  1. See-U Initiative für ein Mehr an Miteinander am Schondorfer Seeufer (€ 400)
  2. Ein Fairteiler für gerettete Lebensmittel (€ 700)
  3. Ein gemeinschaftlich genutzter Gemüsegarten für Schondorf (€ 3.500)
  4. 50 Bäume für Schondorf (€ 1250)
  5. Mehr Spielplatz in den Seeanlagen, speziell für Kinder ab Grundschulalter (€ 5.000)
  6. Erweiterung des Spielplatzes am Sportplatz (€ 4.000)
  7. Ein Bücherregal mit dem Motto „Nimm eins – bring eins“ in der Bahnhofshalle (€ 499)
  8. Ein organisierter jährlicher ortsweiter Flohmarkt (€ 0)
  9. Verkehrsminimierung durch geförderte Nutzung von e-Bikes (€ 0)
  10. Erstellung eines Energie-Nutzungsplanes für Schondorf (€ 1.500)
  11. Ein wetterfestes Büchertauschregal in der Seeanlage (€ 1.606)
  12. Öffentliche Sauna auf der Badewiese am Gemeindesteg (€ 10.000)

(Bei den Projekten 6 und 7 und bei 9 und 10 gab es jeweils Stimmengleichheit)

Beschreibungen der einzelnen Projekte findet man übrigens auf: https://buergerbudget.schondorf-ammersee.de/projekte/

Die Projekte für 2020

Bgm Herrmann und GR Polter
Bürgermeister Alexander Herrmann und Initiator Marius Polter

Die letzte Entscheidung über die Projekte liegt – wie bei allen Fragen der Finanzierung – beim Gemeinderat. Der diskutierte deshalb in der letzten Sitzung, welche Bürgerbudget-Ideen im nächsten Haushaltsjahr verwirklicht werden sollen. Das ursprüngliche Ziel war, die zehn am besten platzierten Projekte umzusetzen. Allerdings ist für das gesamte Schondorfer Bürgerbudget ein Finanzrahmen von € 10.000 festgelegt.

Für die Organisation, Werbung, Plakate, Website usw. sind anscheinend € 4.000 ausgegeben worden. Bleiben also € 6.000 zur eigentlichen Realisierung der Bürgerbudget-Ideen. Die Spielplatzerweiterung hat der Gemeinderat dabei herausgenommen. Nicht weil man etwas gegen Spielplätze hätte, sondern weil das im regulären Haushalt ohnehin bereits vorgesehen ist.

Grob gerechnet könnten dadurch also die Vorschläge 1 bis 7 der obenstehenden Liste umgesetzt werden. Außerdem würden der Flohmarkt und die Verkehrsminimierung noch mit hineinrutschen, weil für diese beiden gar kein konkretes Budget beantragt wurde.

Neue Chance 2020

Die 16 Bürgerbudget-Ideen, die es heuer nicht geschafft haben, bekommen möglicherweise nächstes Jahr eine neue Chance. Das Konzept wurde ja sehr gut angenommen und es haben sich überraschend viele Menschen aus Schondorf aktiv beteiligt. Von daher spricht eigentlich alles dafür, dass auch nächstes Jahr wieder ein Bürgerbudget ausgeschrieben wird.

Ich überlege noch, ob ich meinen Vorschlag eines künstlerischen Wettbewerbs für ein Paul-Paede-Denkmal wieder einreichen soll. Gegenüber dem 23. Platz von heuer könnte ich mich ja durchaus verbessern.

 

https://buergerbudget.schondorf-ammersee.de

Kommentare

    • Leopold Ploner

      Ja, das war ein Punkt, bei dem ich auch geschluckt habe. Andererseits muss man auch die Rahmenbedingungen betrachten. Die ganze Idee eines Bürgerbudgets war in Schondorf davor sicher ziemlich unbekannt, und ohne einen gewissen Werbeaufwand hätte es sich auch nicht herumgesprochen. Dann hätte es wahrscheinlich 3 Projektideen und zehn Teilnehmer bei der Abstimmung gegeben. So hatte es doch eine gewisse Breitenwirkung. Ich denke, es ist auch eine Investition in die Zukunft. Beim nächsten Mal ist der Aufwand für Werbung und Administration wahrscheinlich geringer.

    • Jutta Beuke

      Werbevolumen – erscheint nur auf den ersten Blick hoch. Es war ja ein Kaltstart, d.h. es musste eine Website entworfen und eingestellt werden, eine Seite, die – und jede/r, die/der es kennt weiß, was es für Anfangstücken geben kann – zunächst viele Arbeitsstunden geschluckt hat. Und ja – ein bisher unbekanntes Projekt, das alle SchondorferInnen erreichen sollte, ja das hat leider beim ersten Anlauf auch hohe Anlaufkosten.
      Beim nächsten Mal wird weitersagen und mitmachen diesen Posten sicherlich reduzieren.
      Ist doch toll, wenn Wünsche und Pläne für alle im Dorf Gestalt annehmen

  1. Francesca Rappay

    Herzliche Gratulation an den Gemeinderat und die Bürger in Schondorf für die Gesamtinitiative! Sowas wünschte ich mir auch in Utting….. Großes Umwelt-und Mitmenschlichkeitsbewußtsein sprechen aus den Ideen. Kulturelles wäre auch noch schön—

  2. Anonymous

    Hallo ,

    Mhh … 170 Bürger haben abgestimmt .
    Dies sind nicht mal 10 % von Schondorf…?
    Ich habe den Eindruck, die Gemeinde hätte nichts besseres zu tun . Wie sieht es mit den Renovierungen der Sozialwohnungen aus ?
    Es gibt viele Themen , die in unserer Gemeinde nicht vorankommen.

    • Leopold Ploner

      Also dem Argument mit den „wichtigeren Themen“ kann ich nichts abgewinnen. Wenn Alles hinten anstehen müsste, bis z. B. die Gemeindewohnungen renoviert sind, dann gäbe es auch keine Unterstützung für die Vereine, kein Geld für das Jugendhaus, keinen Seniorennachmittag etc. Eine Gemeinde hat nun mal verschiedene Aufgaben und genau dafür werden dann eben verschiedene Budgetposten eingeplant.
      Ich finde es auch ein ordentliches Ergebnis, dass beim ersten Mal 170 mitgemacht haben. Das sind 170 Leute, die sich dafür interessieren, wie sich Schondorf entwickelt, die das mitgestalten wollen, die Politik nicht als passive Konsumenten erleben. Ich glaube, genau solche Menschen tun einer Gemeinde gut.

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