Häuferl in Schondorf

Ein treuer und geschätzter Leser hat mich auf ein Thema aufmerksam gemacht, das mir als Problem gar nicht recht bewusst war. Es geht um Hundekot auf den Schondorfer Straßen. Generell freue ich mich sehr, wenn ich aus der Leserschaft Ideen für neue Beiträge bekomme. In diesem Fall ist es etwas schwieriger, weil ich selber Hundebesitzer bin (Hunde bitte!). Ich werde aber trotzdem versuchen, die Angelegenheit möglichst unvoreingenommen anzugehen.

Hundekot im Griesfeld

Als Hundebesitzer finde ich es eine Selbstverständlichkeit, dass man die Hinterlassenschaft seines Vierbeiners nicht auf der Straße liegen lässt. In Schondorf kenne ich mindestens zehn Stationen mit Plastiktüten für die Hundekot-Entsorgung. Selber habe ich inzwischen in jeder Mantel-, Jacken- und Hosentasche so eine Tüte. Außerdem baumelt eine noch an der Hundeleine, gewissermaßen als Rettungsfallschirm, falls ich einmal zu wenig Sackerln dabei habe.

Hundekot in Schondorf

Nach meinem Eindruck liegen auf den Schondorfer Straßen nicht allzu viel Hundehäuferl herum. Ab und an stolpere ich über eines, aber das ist eher die Ausnahme. Laut meinem Leser sieht es aber in der Brunnenstraße und Am Griesfeld richtig schlimm aus. Ich kann das nicht beurteilen, weil ich in der Gegend nicht oft spazieren gehe. Der Leser hat mir allerdings rund ein Dutzend Photos geschickt. Nach denen zu urteilen sind die Straßen dort tatsächlich ein Minenfeld. Eine beachtliche Zahl ziemlich großer Haufen, die dort auf den Gehsteigen liegen.

Eine Ordnungswidrigkeit

Wie gesagt finde ich es eine Selbstverständlichkeit, dass ich die Häuferl einsammle, wenn mein Hund auf die Straße kackt. Aber wie sieht eigentlich die rechtliche Seite aus? Hundehaufen werden in Deutschland als Müll gewertet, der nicht einfach in der Öffentlichkeit entsorgt werden darf. Das ist eine Ordnungswidrigkeit, für die in Bayern ein Bußgeld zwischen € 20 und € 150 fällig wird, falls man erwischt wird (https://www.bussgeldkatalog.org/umwelt-hundekot/). Die Betonung liegt hier auf „falls“. Meistens bleiben die Hundehaufen ja genau dann liegen, wenn niemand hinschaut.

CSI Hundehaufen

Die Stadt Wien beschäftigt deshalb spezielle Müll-Sheriffs, sogenannte Waste Watcher. Die passen auf, dass keine Hundstrümmerl, Kippen oder anderer Müll auf der Straße landet (https://www.deutschlandfunkkultur.de/sauberes-wien-drastische-strafen-fuer-kippen-und-hundekot.976.de.html?dram:article_id=428914). Das Problem bleibt natürlich, dass auch die Waste Watcher nur dann eingreifen können, wenn sie jemanden in flagranti erwischen.

Einige Städte gehen einen Schritt weiter und setzen auf Methoden, wie man sie sonst aus der Krimiserie CSI kennt. Beispielsweise hat Bozen heuer damit begonnen, eine DNA-Datenbank für Hunde einzurichten. Im Laufe dieses Jahres müssen alle registrierten Vierbeiner zum Gentest. Ab 2021 kann man dann anhand der DNA-Analyse auch nachträglich feststellen, welcher Haufen von welchem Hund stammt. Ein beträchtlicher Aufwand, nur weil einige Leute zu faul sind, den Hundekot einzusammeln.

Ordentlich verpackt

Plastiktüte mit Hundekot

Wie gesagt, ich finde, dass Schondorf nicht allzu sehr unter Hundekot auf den Straßen leidet. Es gibt allerdings eine Art der Entsorgung, bei der ich nur den Kopf schütteln kann. Speziell entlang des Sees finde ich immer wieder sauber in Plastiktüten verpackte Häufchen am Wegrand liegen. Da hat also jemand die Kacke brav eingesammelt und verknotet, aber dann war wohl der Weg zum nächsten Abfalleimer zu weit. So bleibt der Abfall dann im Gebüsch oder in einer Wiese liegen. Etwas, das innerhalb einer Woche problemlos kompostiert wäre, wird so sauber in Plastik verpackt auf Jahre konserviert.

Kommentare

  1. Nicht nur am See, lieber Leo, auch auf den Wiesen beim Landschulheim, wo übrigens auch eine Abgabestation aufgestellt ist. Aber offensichtlich sind manche Hundehalter zu faul, die Tüte die 100 Meter zu dieser Station zu tragen, und „entsorgen“ sie an der Rückseite der Turnhalle. Letztes Jahr lagen dort bestimmt an die zwei Dutzend Tüten – ordentlich aufeinander gestapelt. Und von Tag zu Tag wurden es mehr – ich konnte das gut beobachten, denn dort jogge ich immer vorbei.
    Irgendwann hat sich der Hausmeister des Internats der Hinterlassenschaften wohl erbarmt …

  2. Re: Am Griesfeld. Der Gerechtigkeit halber: dort bin ich noch nie auf eine derartige „Tretmine“ gestoßen. (Vielleicht Zufall, mag aber auch sein, dass mein Blick auf diesem Sektor nach langer Lebenszeit in Florenz etwas getrübt ist.) Übrigens hat man vor einiger Zeit Hundebesitzer in München zu diesem Thema befragt, und erstaunlicherweise waren einige der Meinung, mit der Hundesteuer hätten sie bereits ihren Beitrag zur Reinhaltung der Gehwege geleistet. – Vielleicht sollte man in Schondorf so was einführen wie „Poop and Scoop“ in Toronto, wo es einen eigenen einschlägigen städtischen Reinigungsdienst gibt (wenn ich das richtig in Erinnerung habe). n.b. Ich bestehe nicht darauf, immer ernst genommen zu werden.

    • Leopold Ploner

      Ich habe mir den Poop-n-Scoop Service von Toronto angeschaut. Man kann jemand kommen lassen, der einem den eigenen Rasen von Hundekacke reinigt. Wenn man das wöchentlich machen lässt, kostet es jedes Mal umgerechnet €9.

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