Frauenpower in Schondorf

Am 13. Mai kam der neugewählte Schondorfer Gemeinderat endlich zu seiner ersten Sitzung zusammen. Wie das Gremium arbeiten wird, wissen wir noch nicht, aber eines steht schon fest: so viele Schondorfer Gemeinderätinnen hatten wir noch nie.

Verzögerter Start

Es hat ziemlich lange gedauert, bis der neue Schondorfer Gemeinderat zur ersten Sitzung zusammenkam. Schuld war natürlich das Coronavirus. Während der Ausgangsbeschränkungen war an einen normalen Ablauf der Sitzungen nicht zu denken. Deshalb traf sich in dieser Zeit nur der sogenannte Ferienausschuss. In diesem reduzierten Gremium sind sechs Mitglieder, die in etwa die Kräfteverhältnisse des letzten Gemeinderats abbilden.

Die offizielle konstituierende Sitzung des neuen Gemeinderats gab es erst am 13. Mai. Allerdings nicht im Sitzungssaal des Rathauses, wo die vorgeschriebenen Abstandsregeln nicht einzuhalten wären. Stattdessen wurde die Sitzung in die Turnhalle an der Schulstrasse verlegt.

Gemeinderäte und Gemeinderätinnen in Schondorf

Quote und Reißverschluss

Alle Parteien hatten von Anfang an klar gemacht, dass sie gerne mehr Schondorfer Gemeinderätinnen hätten, um die Zusammensetzung der Bevölkerung besser abzubilden. Die Grünen (http://ov-schondorf.gruene-ll.de/) setzen ja schon lange auf eine Frauenquote und vergeben dementsprechend ihre Listenplätze.

Heuer übernahm auch die Schondorfer CSU (http://csu-schondorf.de/) diese Idee. Allerdings sprach man lieber von einem Reißverschlussverfahren als von einer Frauenquote. Es kommt aber auf dasselbe heraus, auch bei der CSU kandidierten Frauen auf den ungeraden Listenplätzen. Zumindest bis zu Listenplatz neun, denn mehr weibliche Bewerber waren einfach nicht da (https://schondorf.blog/2020/01/16/weiblicher-und-juenger/). Die FWS Freie Wählergemeinschaft Schondorf (https://www.freie-waehlergemeinschaft-schondorf.de/) hatte weder Quote noch Reißverschluss, am Ende aber trotzdem gleich viel weibliche wie männliche Kandidaten.

Schondorfer Gemeinderätinnen

Als die Wahlzettel ausgezählt waren, erreichte ausgerechnet die FWS das Ziel eines fünzigprozentigen Frauenanteils. Neben dem wiedergewählten Wolfgang Schraml zog auch Franziska Königl in den Gemeinderat ein.

Bei den beiden anderen Parteien ging die Idee mit der Quote nicht ganz auf. CSU und Grüne erreichten je sieben Sitze. Allerdings sind bei den Christsozialen nur zwei Frauen darunter. Bürgermeisterkandidatin Bettina Hölzle und Anna Klinke (als jüngstes Ratsmitglied) sind die beiden Schondorfer Gemeindeirätinnen der CSU. Selbst die Grünen schafften das selbstgesteckte 50% Ziel nicht ganz. Helga Gall und Stefanie Windhausen-Grellmann wurden wiedergewählt. Als dritte im Bunde gesellt sich jetzt Sabine Pittroff dazu.

Maskulin dominiert
Noch dominieren die Männer

Insgesamt haben wir also jetzt sechs Schondorfer Gemeindeirätinnen, was einem Frauenanteil von 37,5% entspricht. Das ist immerhin um 100% mehr als im letzten Gemeinderat. Andererseits ist das Ziel erst zu 75% erreicht. Der Frauenanteil müsste noch um 33% zulegen, um auf eine ausgeglichene Geschlechterverteilung zu kommen. Schwirrt euch jetzt der Kopf vor lauter Prozentangaben? Mir auch.

Referentinnen

Eine Prozentzahl geht aber noch. Bei den Referentenstellen haben die Frauen mit 67% die Nase vorn. Sechs Bereiche werden aber jetzt weiblich betreut, nämlich Ältere Mitbürger (Franziska Königl), Bürgerbudget (Jo-Ann Meding), Klimaschutz (Stefanie Windhausen-Grellmann), Kultur (Silvia Dobler), Mobilität (Bettina Hölzle) und Städtepartnerschaften (Helga Gall).
Die männliche Minderheit unter den Referenten stellen Marius Polter (Jugend), Stefan Birkner (Vereine) und Michael Deininger (Zivilschutz).

Ich denke, wir haben im Gemeinderat eine gute Zusammensetzung. Es geht ja nicht nur um Männer und Frauen. Es geht darum, dass möglichst alle gesellschaftlichen Gruppen repräsentiert sind, und das haben wir im Schondorfer Gemeinderat. Da sind Selbstständige und Angestellte, junge Menschen und ältere, hier geborene und Zuagroaste. Eine gute Mischung.

Ein Gedanke zu „Frauenpower in Schondorf“

  1. Super: Frauenpower! Die restlichen 33 % werden wir auch noch ’schaffen‘.
    Allerdings „Ehre, wem Ehre gebührt“ – das Reißverschlussverfahren haben die ‚Grünen‘ in die Politik eingeführt, und zwar schon 1986!

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