Noch unverpackter

Neulich habe ich über unverpacktes einkaufen beim Edeka in Schondorf geschrieben (Nackt). Lebensmittel ohne Plastikverpackung zu kaufen ist sicher ein Schritt in die richtige Richtung. Man kann den Weg aber noch etwas weitergehen, und sich Lebensmittel gleich dort holen, wo sie wachsen. Darüber schreibt die Schondorferin Renate Blaes in ihrem Kochlust Blog (https://kochlust.renateblaes.de/).

Scharbockskraut im Kochlust Blog
Photo @ Renate Blaes

Kochen mit wilden Zutaten

Rezepte und Blogs zum Thema Kochen gibt es im Internet wie Sand am Meer. Das Kochlust Blog von Renate Blaes ist insofern anders, als es hier hauptsächlich um das geht, was direkt vor unserer Haustüre wächst. In den Rezepten wird mit Bucheckern, Eicheln, Buchensprossen, Bärlauch, Giersch, Wiesenkerbel, Sauerklee und anderen „wilden“ Zutaten gekocht.

Pfannkuchen mit Buchensprossen im Kochlust Blog
Photo @ Renate Blaes

Ich muss zugeben, dass sich meine Rolle in unserer Küche auf die des Sous-Chef beschränkt. Meine Frau kann phantastisch kochen und mein Beitrag ist das putzen, schälen und schnippeln der Zutaten. Das macht mir Spaß und ich habe keine Ambitionen, selbst in der Küche kreativ zu werden.

Trotzdem schaue ich öfters mal in das Kochlust Blog. Ich bin einfach fasziniert davon, was in unseren Wiesen und Wäldern an Essbarem wächst. Etliches davon kennen wir üblicherweise nur als Unkraut, wie den Giersch oder die Brennnesseln.

Von Brennnesseln bis Bucheckern

Ich war beispielsweise überrascht, was man alles aus Bucheckern machen kann. Renate Blaes verarbeitet sie unter anderem zu Orecchiette, also Öhrchennudeln, die sie dann mit einem Pesto aus selbst gepflückter Brunnenkresse zubereitet (https://kochlust.renateblaes.de/oehrchennudeln-mit-brunnenkresse-pesto/). Bei Kochlust lerne ich immer wieder was Neues. Oder habt ihr gewusst, das man Eicheln gut im Winter sammeln kann, weil sie durch den Frost einen Teil ihrer Bitterstoffe verlieren?

Eicheln im Winter
Photo @ Renate Blaes

Dabei ist mir das Kochen mit wilden Zutaten nicht ganz fremd. Wie ich schon einmal erwähnt habe, betreiben unsere Tochter und unser Schwiegersohn ein recht hochklassiges Restaurant im Hohenlohischen (Radtour zum Restaurant Roter Mohn). Auch dort finden sich auf der Speisekarte regelmäßig Zutaten wie Vogelmiere, Hornklee, Rhabarberknospen oder Gundermann.

Gemüse vom eigenen Acker

Eine noch breitere Auswahl an Lebensmitteln hätte man mit einem eigenen Acker. Ideal wäre es natürlich, wenn auch gleich die nötige Gerätschaft da wäre und wenn man, zumindest am Anfang, fachkundige Hilfe haben könnte. Hätte, wäre, könnte – die Häufung an Konjunktiven hat schon ihren Grund. Den Acker, die Geräte und die Hilfe gibt es nämlich beim Schondorfer Gemüsegarten (https://www.schondorfer-gemuesegarten.de/).

Allerdings gibt es das nur für jene, die sich rechtzeitig für eines der Beete angemeldet haben. Für 2021 ist der Schondorfer Gemüsegarten nämlich bereits ausgebucht, alle Parzellen sind vergeben.

Schondorfer Gemeinschaftsgarten

Ich freue mich darüber, dass dieses Projekt aus dem Schondorfer Bürgerbudget so gut ankommt. Als ich zum ersten Mal über Frisches Gemüse vom Acker geschrieben habe, da hätte ich nicht erwartet, dass die Idee so viel Anklang findet. Die eigenen Lebensmittel selbst zu pflanzen und zu ernten wird wohl immer populärer.

3 Gedanken zu „Noch unverpackter“

  1. Herzlichen Dank, lieber Leo!
    Gestern habe ich Wiesenkerbel geerntet. Außerdem gibt es schon: Scharbockskraut, Bärlauch, Giersch, Gartenschaumkraut, wilden Schnittlauch.
    Viele Grüße
    Renate

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    • Liebe Susanne, ich ernte bereits seit einigen Tagen Bärlauch. Bei dir müsste er jetzt auch schon gut zu sehen sein. Und dass Scharbockskraut in deinem Garten wächst, kann mir auch gut vorstellen.
      Und: Ich bringe dir gern mal ein/zwei Handvoll Brunnenkresse vorbei. An meiner Joggingstrecke gibt es zwei (gut versteckte) Stellen, wo ich stets ernte. Selbst im Winter …
      Und wenn du kein Scharbockskraut findest, auch da bringe ich dir gern mal eine Handvoll vorbei. Mehr sollte man am Tag ohnehin nicht zu sich nehmen. Schmeckt gut in Salat und Rohkost oder über einen gebratenen Fisch gestreut …
      Liebe Grüße
      Renate

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