Nix passiert

Zugegeben, nix passiert ist etwas untertrieben. Ein Verkehrsschild und ein Baum wurden umgefahren, an einem Auto entstand dabei Totalschaden. Aber zumindest wurde niemand verletzt, und ich muss hier nicht über schwere Unfälle mit Fußgängern berichten.

Was ist passiert? Am 17. Dezember übersah ein von Utting kommender Autofahrer anscheinend die Verkehrsinsel am südlichen Ortseingang von Schondorf. Von Alkohol oder überhöhter Geschwindigkeit ist in den Nachrichten keine Rede. Es war wohl einfach ein kurzer Moment der Unachtsamkeit, wie er jedem von uns passieren kann: https://www.sueddeutsche.de/muenchen/starnberg/schondorf-verkehrsinsel-uebersehen-1.5491393

Baum umgerissen

Der Wagen riss also zuerst das Verkehrsschild um und anschließend den hier gepflanzten Baum. Dann schlitterte er noch über den Fußgängerbereich der Verkehrsinsel und wurde erst vom zweiten Baum gestoppt. Dieser hat von dem Aufprall eine deutlich sichtbare Kerbe. Wenn 1.500 kg Masse erst einmal in Bewegung sind, dann sind sie eben nicht leicht zu stoppen.

Unfall auf Fußgänger-Querungsgilfe in Schondorf
Am zweiten Baum kam das Auto schließlich zum Stehen

Es ist schon ein gruseliger Gedanke, dass ich in diesem Moment da gestanden haben könnte, weil ich die Straße überqueren wollte. Wenn die Wucht des Aufpralls groß genug ist, um eine Eisenstange und einen Baum umzureißen, dann wäre ich sicher auch ziemlich übel getroffen worden. Wie gesagt, großes Glück, dass in dem Moment niemand auf der Verkehrsinsel war.

Unfälle mit Fußgängern

Für mich ist dieser Vorfall ein weiteres Argument für konsequentes Tempo 30 im ganzen Ort (Tempo 30 nimmt Fahrt auf). Unfälle zwischen Autos und Fußgänger passieren nun mal,. Da braucht nur der eine oder andere kurz einmal nicht richtig aufzupassen. Wie diese Unfälle mit Fußgängern dann ausgehen, das hängt ganz wesentlich von der Geschwindigkeit ab.

Dazu gibt es sehr umfangreiche Untersuchungen der Lund University in Schweden. Die Forscher haben die Daten von über 8.000 Unfällen ausgewertet. Das Ergebnis ist eindeutig. Die Überlebenschance von Fußgängern nimmt mit höherer Geschwindigkeit dramatisch ab (https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0386111214000235).

95 % oder 15 % Überlebenschance

Unfälle von Fussgängern bei verschiedenen Geschwindigkeiten
Tödlich verletzte Fußgänger in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit (durchgezogene Linie).
Quelle: IATSS Research

Bei einer Kollision mit 30 km/h überleben 95 % der angefahrenen Fußgänger. Bei 50 km/h Aufprallgeschwindigkeit geht die Überlebenschance dramatisch zurück. Nur noch 15 % der Verunfallten kommen mit dem Leben davon. Anders gesagt: Von 20 Kollisionen enden 17 tödlich.

Es geht hier nicht um die Frage der Schuld. Letztlich ist es egal, ob ein Autofahrer kurz nicht aufpasst, eine ältere Frau den Wagen übersieht, oder ein Kind im falschen Moment stolpert. Unfälle werden wir nie völlig vermeiden können. Mit vernünftiger Geschwindigkeit können wir aber dafür sorgen, dass ein kleiner Moment der Unachtsamkeit nicht tödlich endet.

Deshalb hoffe ich, dass sich möglichst viele in Schondorf auf allen Straßen im Ort an Tempo 30 halten. Nicht weil es vorgeschrieben ist, sondern aus Verantwortungsbewusstsein.

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