Mit dem Verein Schondorfer Kreis (http://schondorfer-kreis.de/) arbeite ich an einem Heft über verschwundene Läden, Werkstätten und andere Einrichtungen im Ort. Das Projekt macht gute Fortschritte, aber zu einigen der geplanten Beiträge sind noch Schondorf Erinnerungen gesucht. Vielleicht kann mir der ein oder andere Leser dabei weiterhelfen.
Ein Schreibbuch
Das Heft Schondorf Erinnerungen wird ein Buch zum selber schreiben. Es wird rund ein Dutzend Orte vorstellen, die es so heute nicht mehr gibt, z. B. das ehemalige Kaufhaus Portenlänger. Das Heft ist aber keine geschichtliche Chronik. Die einzelnen Orte werden mit Bild und Text nur kurz vorgestellt. Daneben ist dann viel Platz, um die eigenen Erinnerungen festzuhalten.

Ich nenne es ein Schreibbuch, analog zum Malbuch, bei dem man die Bilder auch selbst ausmalen muss. So soll historisches Wissen bewahrt werden, das sonst mit der Zeit verloren geht. Wenn genug Material zusammenkommt, können wir das auch für Schondorf in der BayernHistory App eintragen.
Fehlstellen in der Erinnerung
Das Projekt macht gute Fortschritte. Großen Anteil daran hat die international renommierte Grafikerin Diana Graham (https://dianagraham.de/), die uns netterweise ein sehr elegantes Layout dafür geschaffen hat.
Es gibt ein paar Orte, die ich gerne mit aufnehmen würde, zu denen mir aber alte Fotos oder genauere Informationen fehlen. Vielleicht kann mir jemand mit eigenen Erinnerungen und Bildern, oder mit Kontakten zu den ehemaligen Besitzern weiterhelfen.

Eines davon ist die Tankstelle und das Busunternehmen Pflügler. Hier würde ich gerne noch etwas über die Geschichte des Unternehmens erfahren.
Modehaus Dillinger
Ein weiteres Objekt, zu dem noch Schondorfer Erinnerungen gesucht sind, ist das Modehaus Dillinger. Als ich 2010 nach Schondorf kam, war es dort, wo jetzt die Bäckerei Manhart ist. Anscheinend hieß es früher einmal anders, denn ich habe eine alte Annonce für Galeria Moden unter derselben Adresse gefunden.

Mittlerweile habe ich auch erfahren, dass sich noch davor dort die Glas- und Keramikfabrik von Kurt Hammer befunden hat. Das wäre auch ein Thema, über das ich gerne mehr erfahren würde.
Kino in der Bahnhofstraße
Schließlich interessiert mich noch ein Haus mit ziemlich wechselvoller Geschichte, nämlich die Adresse Bahnhofstraße 29. Heute beherbergt es Optik Matt und das Cafe La Delicatezza.

Soweit ich weiß, waren davor hier eine Apotheke und eine Boutique untergebracht. Davor wiederum war es die Filiale der VR-Bank in Schondorf. Bevor die Bank es für ihre Bedürfnisse umbaute, soll hier ein Kino gewesen sein. Das würde mich sehr interessieren und von einem Kino muss es doch in irgendeiner Schublade noch ein paar Fotos geben.
Wie gesagt, ich würde mich sehr freuen, wenn mir jemand mit Fotos und Informationen zu Tankstelle, Modehaus und Kino weiterhelfen kann.
Das Haus Bahnhofstrasse 29 wurde vom Architekten Karl Eberl für seinen Freund Arbogast Rupprecht, beide aus der Seestraße, als Kino entworfen und ca. 1958 gebaut. Näheres weiß sicherlich Frau Rupprecht dazu zu sagen. Der jetzige leicht vorspringende Eingang von Optik Matt beherbergte das Foyer und die Kasse, darüber war der Vorführraum angeordnet. Der Kinoraum war 2 Geschoße hoch. Später kaufte die Raiffeisenbank Schondorf das Gebäude und ließ es von einem Verbandsarchitekten umbauen. Es wurde eine Decke im Kinosaal eingezogen. Das EG wurde komplett von der Bank als Hauptgeschäftsstelle genutzt. Im OG wurden insgesamt drei Wohnungen eingebaut.
Die Raiffeisenbank war vorher in einem kleinen 2-geschoßigen Gebäude zwischen der jetzigen VR Bank und der 29 untergebracht. Das Gebäude wurde nach Fertigstellung der jetzigen Bank 1993 zurückgebaut.
Nach diesem Umzug baute ich das Gebäude für die VR Bank 1994 um. Im Bereich des Optik Matt wurde eine Apotheke eingebaut. Im Bereich der jetzigen „Delikatessa“ eine kleine Boutique mit dem Namen „La Renarde“. Im Zusammenhang mit dem Neubau der Bank in der Bahnhofstrasse, das ich zusammen mit meinem Projektpartner Klaus Pilz verwirklichen konnte, wurde der erste Teil der Bahnhofstrasse von der 29 bis zum Kalkbrünnerl umgestaltet. Die bisher vor den Schaufenstern befindlichen privaten Parkplätze wurden auf beiden Straßenseiten an die Straßenkanten verlegt und umstrukturiert. Sie sind nun öffentlich nutzbar, werden aber rechnerisch den vormaligen Besitzern zugeordnet. Die Gehwege befinden sich nun an den Gebäudekanten. Zusätzlich hatten wir die ersten drei Verkehrsberuhigungs-Buckel eingebaut, was bei den Nichtanliegern für ziemliche Kritik sorgte. Die Anlieger genossen die geringeren Geschwindigkeiten, vor allem an den Wochenenden. Kurze Zeit später übernahm die Gemeinde dieses Konzept und baute die Bahnhofstraße mit dem Leibl-Platz um. Die Planung führte der Kollege Eberhard von Angerer aus.