Im frisch renovierten Skriptorium in der Bahnhofstraße startet am 21. August die nächste Ausstellung. Unter dem Titel Sich dem Unsichtbaren nähern erforschen Andreas Kloker und einige seiner Freunde geheimnisvolle Zusammenhänge, die möglicherweise nur im Auge des Betrachters existieren.
Orte des Rätselhaften
Wie im Skriptorium üblich, findet die Ausstellung im großen Schaufenster statt, kann also zu jeder Tages- und Nachtzeit betrachtet werden. Zu sehen gibt es laut Ankündigung ein buntes Sammelsurium, das Andreas Bee, Regine Hohmann, Trude Friedrich, Andreas Kloker, Iris Musolf und Peter Sauerer zusammengetragen haben.

Die Rede ist von Bechern und Zähnen, einem alten Teddybären und einer goldenen Maske, Blättern und Nussschalen, und noch etlichem anderen mehr. Es geht aber weniger um die Objekte selbst, als um die mögliche Wechselwirkung zwischen ihnen.
Der Beobachtereffekt
Dazu muss man gar nicht den oft falsch verstandenen Beobachtereffekt der Quantenphysik bemühen. Unser Gehirn ist nun mal so gestrickt, dass es automatisch nach sinnstiftenden Zusammenhängen sucht. Was könnten diese scheinbar zufällig gruppierten Dinge miteinander zu tun haben? Und bleibt die Installation eigentlich immer gleich, oder verändern sich die Positionen heimlich über Nacht?

In dieser Beziehung spielt Sich dem Unsichtbaren nähern mit der Thematik der letzten Ausstellung im Skriptorium. Auch bei Kaum ist es da, ist es schon wieder weg von Amelie Ries ging es darum, Veränderungen zu beobachten und Zusammenhänge herzustellen. Darüber hinaus passt die Installation sehr gut in das Gesamtwerk von Andreas Kloker. Bei seinen Elementarzeichnungen (https://studiorose.de/2025/04/15/vor-ostern-2/) geht es ebenfalls um Verwandlungen und um das Erkennen symbolhafter Beziehungen.
Gar nicht unsichtbar
Gar nicht unsichtbar, sondern im Gegenteil äußerst auffällig ist der Ausstellungsraum selbst. Anlässlich einer gründlichen Renovierung hat Andreas Kloker das Skriptorium frisch gestrichen.

Dabei hat er sich für einen sehr mutigen Farbton entschieden. Die Wandfarbe ist jetzt ein kräftiges Pink, Tür und Fensterrahmen haben einen dunkelroten Anstrich bekommen. Sicher nicht jedermanns Sache, aber mir gefällt dieser selbstbewusste Auftritt. Es passt auch gut zum gegenüberliegenden studioRose, dessen Fassade von Martin Blumöhr gerade farbenfroh geschmückt wird (Lüftlmalerei im 21. Jahrhundert).
Sich dem Unsichtbaren nähern
Vernissage 21. August 2025, 19:00 Uhr
Ausstellung Tag und Nacht sichtbar bis 3. Oktober 2025
Skriptorium, Bahnhofstraße 38
Schondorf am Ammersee