Wie der Bayerische Rundfunk berichtet, sind SB-Automatenboxen und sogenannte Smart Stores in Bayern auf dem Vormarsch (https://www.br.de/nachrichten/wirtschaft/rund-um-die-uhr-laeden-was-beim-einkaufen-zu-beachten-ist,UsRdV9v). Hintergrund ist eine Änderung des bayerischen Ladenschlussgesetzes, die zum 1. August in Kraft trat. Kleinstsupermärkte ohne Personal dürfen demnach täglich 24 Stunden öffnen, auch an Sonn- und Feiertagen. SB-Automatenboxen fallen logischerweise auch unter diese Regelung, da sie generell ohne Personal auskommen.
24 Stunden einkaufen in Schondorf
Schondorf ist wie gewohnt ganz vorne mit dabei. Schon seit längerem gibt es am Eingang zum Strandbad Forster zwei ziemlich umfangreich bestückte Lebensmittelautomaten mit allem, was man für eine nächtliche Party am See braucht.
Nun ist neben dem Getränkemarkt Orterer in der Greifenbergerstraße eine weitere solche SB-Automatenbox aufgestellt worden. Von Eltern habe ich gehört, dass der Verkaufsautomat der neue Hotspot für die Schondorfer Schulkinder ist.

Da denke ich ganz nostalgisch an meine eigene Kindheit zurück. Auch damals schon war der Kaugummi aus dem Automaten irgendwie viel aufregender, als einer aus dem Laden. Da habe ich so manchen Schilling eingeworfen, auch wenn ich den Süßkram im Geschäft billiger und besser bekommen hätte. Für Kinder haben die mechanischen Verkaufsstellen bis heute nichts von ihrem Reiz verloren (Happy End mit dem Automartenmann).
Alles, was Du brauchst
Am Automaten beim Orterer gibt es laut Aufschrift „rund um die Uhr alles, was Du brauchst“. Was man anscheinend rund um die Uhr braucht, sind Süßigkeiten, E-Zigaretten und Energydrinks. Zumindest sind die Warenfächer dementsprechend bestückt.

Die Betreiber werden schon wissen, wie sie die Schächte befüllen müssen, um vom Boom der SB-Automatenboxen zu profitieren. Ich persönlich brauche rund um die Uhr weder Snickers noch Red Bull. Falls sich das mal ändert, würde ich eher einen Vorrat im Supermarkt einkaufen. Das ist immer noch persönlicher, als Geld in eine Blechkiste zu werfen.
Einkaufen am KI-osk
Aber wer weiß, vielleicht entwickeln sich die SB-Automatenboxen noch weiter. Mich würde es nicht wundern, wenn auch hier über kurz oder lang Künstliche Intelligenz zum Einsatz kommt. Vielleicht sollte ich mir schon mal den Markennamen KI-osk schützen lassen.
Dieser KI-osk würde mich am Handy erkennen, mich mit meinem Namen begrüßen, und gleich ein Leckerli für den Hund auswerfen. Dann würde er freundlich nachfragen, ob ich wieder eine Packung Pepe Drehtabak brauche, und mir das neueste Craft-Bier aus seinem Sortiment empfehlen. Das würde natürlich weltweit funktionieren, weil alle KI-Verkaufsboxen untereinander vernetzt wären. Sicher sehr praktisch, aber für mich eine irgendwie gruselige Vorstellung.