Hoffnungsschimmer für Fußgänger

Wie ich hier schon geschrieben habe, gab es Mitte Oktober einen Infoabend zum Thema Tempo 30 (Mehr Sicherheit, weniger Lärm). Der Landtagsabgeordnete Markus Büchler von den Grünen sprach dabei über Geschwindigkeitsbeschränkungen im Ortsgebiet. In Schondorf sind wir bekanntlich mit dem Vorhaben gescheitert, über den Lärmaktionsplan Tempo 30 auf den Staatsstraßen durch den Ort einzuführen. Eine Novelle der StVO gibt aber anscheinend Hoffnung, zumindest den Schulweg für die Kinder sicherer zu machen.

Eine gewisse Resignation

Der Informationsabend war gut, aber nicht überwältigend besucht. Eigentlich hätte ich erwartet, dass der Saal im Shiro Sushi bei diesem Thema brechend voll ist. Vielleicht ist das ein Zeichen einer gewissen Resignation. Vor zwölf Monaten sah es noch so aus, als könnte ein Tempolimit für den Durchgangsverkehr eingeführt werden.

Die Untersuchungsergebnisse nach den Vorgaben des Lärmaktionsplans der Staatsregierung waren eindeutig. Für viele Anwohner der Staatsstraßen durch den Ort ist der Verkehrslärm gesundheitsschädlich. Die Fachplaner schlugen deshalb Tempo 30 auf diesen Abschnitten vor.

Der Lärmaktionsplan Bayern will die gefühlte Lärmbelastung der Menschen ermitteln
Verkehrslärm ist ein leidiges Thema in Schondorf

Das Landratsamt blockierte diese Entscheidung und die Regierung von Oberbayern gab ihm in dieser Sache recht: Nur weil die Untersuchung eine gesundheitsschädliche Lärmbelastung festgestellt hat, darf die Gemeinde noch keine Gegenmaßnahmen ergreifen.

Da frage ich mich schon, wozu die Lärmaktionsplanung überhaupt gut ist (https://www.umgebungslaerm.bayern.de/laermaktionsplan/index.htm). Der ganze Aufwand nur dafür, dass die Problemstellen in Lärmkartierungen eingetragen werden?

Sicherheit im Fokus

Ehrlich gesagt ging ich deshalb mit recht geringen Erwartungen zu dem Informationsabend. Würde der Landtagsabgeordnete Büchler (https://markus-buechler.de/) konkrete Tipps für uns haben, außer, dass wir beim nächsten Mal die Grünen wählen sollen?

MdL Markus Büchler spricht im Schondorfer Gasthof Drexl über Tempo 30 und die aktuelle Novelle der StVO
Markus Büchler bei seinem Vortrag

In der Beziehung hat mich Markus Büchler positiv überrascht. Zum einen, weil er tatsächlich konkrete Tipps mitbrachte, die mit der letzten Novelle der StVO zu tun haben. Zum anderen überraschte er mich auch mit einem erstaunlich fundierten und ausgewogenem Vortrag. Natürlich gab es ein, zwei Seitenhiebe gegen die Staatsregierung, aber größtenteils ging es um rechtliche Rahmenbedingungen und Abläufe. Ein wichtiges, aber auch sehr trockenes Thema.

Novelle der StVO

Einen wichtigen Teil nahm die diesjährige Novelle der StVO ein. Auch in der anschließenden Podiumsdiskussion mit Bürgermeister Herrmann und Gemeinderätin Windhausen war das ein zentraler Aspekt. Die im März vom Bundesrat bestätigte Reform der Straßenverkehrsordnung gibt den Kommunen mehr Entscheidungsspielraum in der Verkehrsplanung (https://www.adac.de/verkehr/recht/verkehrsvorschriften-deutschland/strassenverkehrsgesetz-aenderungen/).

Gemeinden können sich jetzt für die Einrichtung von Zebrastreifen und Tempo-30-Zonen auch auf städtebauliche Ziele berufen. Dazu gehört beispielsweise, dass Straßen für Fußgänger und Radfahrer attraktiver und sicherer gemacht werden, damit mehr Menschen für tägliche Wege auf das Auto verzichten.

Sichere Schulwege

Wenn ich Bürgermeister Herrmann richtig verstanden habe, will auch Schondorf an diesem Punkt ansetzen. Konkret geht es um sichere Schulwege. Aktuell ist die Uttingerstraße eine lebensgefährliche Barriere auf dem Weg zur Schule. Zwischen der Einmündung der Bahnhofstraße und dem südlichen Ortsende gibt es keine einzige sichere Querungsmöglichkeit für Fußgänger. Kein Wunder, dass sich jeden Morgen die Elterntaxis in der Schulstraße stauen.

Die Novelle der StVO ermöglicht vielleicht Zebrastreifen auf der Staatsstraße im Bereich der Schondorfer Schule
Kein Fußgängerüberweg weit und breit

Im Dezember sollen nun probeweise Fußüberwege auf der Uttingerstraße eingerichtet werden. Eine Untersuchung soll feststellen, ob dann mehr Kinder zu Fuß oder mit dem Rad in die Schule kommen, wenn die Wege sicherer sind. Für mich ist das ein längst überfälliger Schritt.

Ich bin mal gespannt, ob dieser Versuch einer Verkehrsberuhigung in Schondorf klappt, oder ob uns das Landratsamt wieder dazwischengrätscht.

5 Gedanken zu „Hoffnungsschimmer für Fußgänger“

  1. Eins muss man sagen:
    Wir haben auf der Uttingerstraße diverse Übergangmöglichkeiten, aber die Leute sind zu faul, 5m weiterzulaufen, um einen sicherern Überweg zu nutzen. Stattdessen laufen sie schräg über die Straße. Und oft auch noch in Richtung der Überwege.
    Einfach nicht nachzuvollziehen.
    Die fängt ja sogar beim Kindergarten an, wo die Eltern entgegen aller Vorbildfunktionen, 5m vor dem Zebrastreifen über dei Straße huschen. Sicherheit ist schön, aber man muss die Maßnahmen dann auch nutzen.

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  2. Nun wieso geht denn auf der Landesstraße Tempo 70 mit Schildern und Lichtern gekennzeichnet zur Ein-/Ausfahrt zur Moraschstraße?

    Hat es mit dem „Namen“ und „Status“ der Bewohner der Straße zu tun? Warum geht sowas aber weder Tempo 30 noch sonstiger Schutz in Schondorf?

    Auf eine Erklärung bin ich gespannt. Danke.

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    • Warum diese wirklich dumme Stichelei??? Solche Kommentare sind einfach so unnötig!
      Den anderen nicht mal den Dreck unter den Fingernägeln gönnen. Immer nur Neid! Typisch deutsch!
      Aber um die frustrierte Person mal aufzuklären:
      An dieser Stelle müssen jeden Tag bei völliger Dunkelheit Schulkinder die Straße überqueren, da sie ihren normalen Schulweg über die Morasch-Brücke, aufgrund der Baustelle, nicht antreten können. Was für eine Gefahr das ist, muss ich Ihnen hoffentlich nicht erläutern.

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      • Dann lies richtig! Mir gehts darum das es für ALLE umgesetzt wird, wenn das geht sollte es auch mit Tempo 30 gehen!

        Typisch Deutsch, typisch Deutsch dein Verhalten ist typisch Deutsch!

        In Schondorf müssen auch Kinder über die Straße wo es keine Ampel oder Überweg gibt, wenn dann gleiches Recht für Alle um wieder Typisch DEUTSCH zu sein!

        Guten Abend!

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    • Ich glaube nicht, dass das irgendetwas mit einem speziellen Status der Bewohner zu tun hat. Der Grund ist wohl ganz einfach, dass die Moraschbrücke über die Bahn zurzeit wegen Bauarbeiten gesperrt ist. Der sichere Fuß- und Radweg auf der Ostseite der Bahngleise ist also nicht zu erreichen. Schulkinder müssen die vielbefahrene Staatsstraße überqueren. Ich persönlich finde das Tempolimit von 70 km/h völlig unzulänglich für eine sichere Querung an dieser Stelle.

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