Wenn eine Schondorferin einen Kulturpreis erhält, ist das natürlich ein Thema für das Schondorf.Blog. Mir war also sofort klar, dass ich etwas über Emma Meuser schreiben sollte, die im November 2025 mit dem Kulturförderpreis des Landkreises Landsberg ausgezeichnet wurde. Bedauerlicherweise kamen dann einige völlig unvorhersehbare Ereignisse dazwischen, wie beispielsweise Weihnachten (Weihnachtsmarkt mit Seeblick), Silvester (Wo böllern in Schondorf erlaubt ist) oder die anstehende Kommunalwahl (Kandidaten im Persönlichkeitstest). Deshalb kann ich Emma Meuser leider erst mit drei Monaten Verspätung gratulieren.
Kulturförderpreis des Landkreises Landsberg
Seit 1997 vergibt der Landkreis Landsberg jährlich den Kulturförderpreis. Ausgezeichnet werden damit junge Künstler, die in Musik, Literatur oder bildender und darstellender Kunst Ungewöhnliches geleistet haben (https://www.landkreis-landsberg.de/kulturfoerderpreis/). Einige der in der Vergangenheit ausgezeichneten konnten sich mittlerweile in der Kunstszene etablieren, wie beispielsweise Katharina Andress, Louis Panizza oder Vinzent Göhlich (https://erwa.one/).

2025 ging der Preis an den Jungen Chor der Stadtpfarrkirche Landsberg, die Landsberger Tänzerin und Regisseurin Alva Cecilia Winter und an die Cellistin Elena Gröger aus Eching. In der Kategorie bildende Kunst entschied sich die Jury für die Schondorferin Emma Meuser.
Inspirationen aus der digitalen Welt
Als Jahrgang 2004 gehört Emma Meuser mitten in die Generation Z, jene Generation, die ganz selbstverständlich mit digitalen Medien aufgewachsen ist. Für diese Digital Natives sind TikTok und Instagram so normal, wie es für mich Tageszeitung und Radionachrichten waren.

Das zeigt sich in ihrem künstlerischen Stil, der die Ästhetik von Comics, Computerspielen und Mangas aufgreift. Ich weiß, dass einige in der Kunstwelt die Nase darüber rümpfen, weil es nicht abstrakt und konzeptionell genug ist. Silvia Dobler, Kuratorin des studioRose, hatte keine solchen Berührungsängste und gab Meuser schon 2022 die Gelegenheit zu einer Ausstellung.
Damals besuchte die Künstlerin noch das Ammersee-Gymnasium und hatte gerade die bunte Welt der Acrylfarben für sich entdeckt. Die farbenfrohen Bildwelten voller skurriler Geschöpfe kamen beim Publikum gut an und die Ausstellung wanderte anschließend nach Starnberg weiter, in die Galerie von Paulo de Brito (https://paulo-de-brito-art-starnberg.de/).

Mittlerweile studiert Emma Meuser Kommunikationsdesign an der Hochschule München, und hat ihre Arbeitsweise weiterentwickelt. Ihre Bilder entstehen inzwischen größtenteils digital auf einem iPad. Die Bilder strahlen aber immer noch etwas Verrückt-märchenhaftes aus, einen Hauch von Alice im Wunderland.
Veränderung und Entwicklung
Dr. Dobler hat sich sicher gefreut, dass ihre Entdeckung nun mit dem Landsberger Kulturförderpreis ausgezeichnet wurde. Als 1. Vorsitzende der Künstlergilde Landsberg hielt sie bei der Preisverleihung die Laudatio. Darin lobte sie neben Meusers zeichentechnischer Begabung auch ihre Experimentierfreude. 2024 inszenierte sie im Landsberger Frauenwald (Die Nitrocellulose-Fabrik Landsberg) mit Lichtmalerei ein selbstgeschriebenes Märchen.
In Das Irrlicht vom Frauenwald behandelt ein klassisches Märchenmotiv: Ein kleiner Junge verirrt sich im Wald. Dort trifft er auf ein überirdisches Wesen, das sein Leben verändert. Ich bin gespannt darauf, wie sich die Künstlerin Emma Meuser weiter entwickelt und verändert und hoffe, dass wir ihre Arbeiten bald wieder einmal in Schondorf sehen können.
Emma hätte sich sicherlich gefreut, wenn Sie sie VOR der Veröffentlichung des Beitrags auch einmal persönlich kontaktiert hätten. So groß ist Schondorf ja nun auch nicht. Neben eigenen Einblicken in ihr Schaffen hätte das zumindest auch nicht ihr Studium fälschlicherweise an die LMU verlegt.
Das stimmt natürlich, und ich werde das gerne nachholen. Es ist schade, dass ich keinen Kontakt mit Emma habe und beispielsweise auch von der Aktion im Frauenwald nichts wusste.
Um den Fehler im Beitrag zu korrigieren: An welcher Uni studiert sie denn?
Emma studiert Kommunikationsdesign an der HM in München.