Die Spatzen pfeifen es von den Dächern

Die Überschrift stimmt nicht ganz. Eigentlich sind es nicht die Spatzen, sondern der Spatz. Und der pfeift nicht vom Dach, sondern aus dem Briefkasten. Der Spatz in der Hand nennt sich eine neue, sehr ungewöhnliche Zeitung für Schondorf. Die erste Ausgabe erschien zum Neumond am 17. Mai.

Lieber der Spatz in der Hand ..

… als die Taube auf dem Dach. Das Sprichwort kennen wir alle. Lieber etwas Kleines, das wir wirklich besitzen, als etwas Großes, das wir nur aus der Ferne bestaunen können. Das hat sich diese Publikation als Leitmotiv gewählt. Sie will keine Konkurrenz zu Tagblatt, Kreisbote, Jezza! oder dem leider eingestellten Ammerseekurier sein (Der letzte seiner Art).

"Der Spatz in der Hand" nennt sich eine neue Zeitung für Schondorf
Der Spatz (Quelle: Wikipedia, Foto: Lucas Weitzendorf)

Stattdessen will der Spatz eine Plattform sein für die kleinen Dinge, die Herzenswünsche, die echten Begegnungen. Deswegen wird ein Großteil der acht Seiten Inhalt von den Lesern in Form von kleinen Anzeigen gestaltet. Jemand braucht Hilfe bei der Auswahl von Stauden für den Garten, ein anderer sucht Partner zum Tischtennisspielen. Da werden Buchtipps geteilt oder einfach schöne Erlebnisse und gute Gedanken.

Radikal analog

Der Spatz fühlt sich für mich an, wie eine Ergänzung zur Plattform https://nebenan.de/. Aber eben analog, und zwar radikal analog. Als ich die Gestaltung zum ersten Mal sah, weckte das bei mir freudige, nostalgische Erinnerungen an Schülerzeitungen aus den 1980er-Jahren. Für die Produktion gab es keinen Computer und kein Internet. Stattdessen wurden die Texte mit der Schreibmaschine oder von Hand geschrieben. Das Layout wurde offensichtlich mit Schere und Klebstoff erstellt, und die Zeitung dann mit dem Kopierer vervielfältigt.

In der "Spatz in der Hand" werden die Texte mit der Schreibmaschine oder von Hand geschrieben
Schreibmaschine statt Computer

Rund 120 Exemplare kamen auf diesem Weg zustande und wurden – natürlich auch von Hand – an Menschen in Schondorf verteilt. Das klingt nicht nach viel, aber diese Zeitung für Schondorf soll ja von Leser zu Leser weitergegeben und per Mundpropaganda bekannt gemacht werden.

Eine ungewöhnliche Zeitung für Schondorf

Ich hätte euch gerne ein paar Bilder aus dem Inhalt gezeigt, aber auch in dieser Beziehung mag sich der Spatz nicht einfangen lassen. Das Impressum stellt klar, dass scannen, abfotografieren und jedwede Veröffentlichung im Internet nicht erwünscht ist. Wer den Spatz einmal in der Hand halten will, kann sich gerne bei mir melden. Ich habe noch 3-4 Exemplare, die ich vom Herausgeber bekommen habe.

Es gibt eine neue Zeitung für Schondorf. Der Herausgeber von "Der Spatz in der Hand" mag sein Foto nicht im Internet sehen
Der Herausgeber möchte sein Foto nicht im Internet veröffentlichen

Wer selber mit einem Text, einem Gedicht, einem Bild oder einer Anzeige den Spatz mitgestalten will, findet im Heft ein entsprechendes Formular. Auch das ist ganz nostalgisch gestaltet, mit Faltlinien, Klebeflächen und dem vorgedruckten Platz für die 95-Cent-Briefmarke. Das schickt man dann per Briefpost an;

Der Spatz in der Hand
Bahnhofstraße 31
86938 Schondorf

Einsendeschluss ist jeweils zu Vollmond, für die nächste Ausgabe also der 31. Mai. Erscheinungstermin für den Spatz ist immer zu Neumond.

4 Kommentare zu „Die Spatzen pfeifen es von den Dächern“

  1. Ich kann nur staunen, was möglich ist.
    Erst seit wenigen Wochen (als Besucherin aus Augsburg) habe ich Schondorf.Blog aboniert und kann auf diese Weise miterleben, wieviel positive Energie und „Miteinander Gestalten“ in diesem Ort am Ammersee steckt.
    Vielleicht gelingt es mir bei einem der nächsten Besuche auch einmal einen solchen „Spatz“ in die Hand zu bekommen.
    Herzlichen Dank an Leopold Ploner für all die interessanten Infos auf Schondorf.Blog.
    Ulrike Klammer

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    • Das sehe ich genauso wie Du. Ich lebe hier so gerne, weil es hier so viele kreative, fantasievolle, engagierte Menschen gibt. Jeder trägt auf seine Weise dazu bei, Schondorf noch ein bisschen schöner zu machen.

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