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Tipps für strahlungsarmes WLAN

Routereinstellungen strahlungsarmes WLAN

Auf dem Schondorfer Wochenmarkt habe ich von einem Vortrag der Bürgerinitiative Ammersee Region 5G-frei erfahren. In dieser Online-Präsentation ging es allerdings nicht um 5G, sondern um WLAN, und zwar speziell an Schulen. Ich finde das recht schlüssig. Wer sich Sorgen um den Mobilfunk macht, sollte sich auch um drahtlose Heimnetzwerke Gedanken machen. Deshalb habe ich hier ein paar Tipps für ein möglichst strahlungsarmes WLAN zusammengestellt.

5G und WLAN

Wie ich schon einmal geschrieben habe, mache ich persönlich mir keine Sorgen wegen 5G (Sollte ich Angst vor 5G haben?). Mir ist aber klar, dass manche Leute das anders sehen, und ich respektiere das. In diesem Fall sollte man sich aber genauso viel Gedanken um drahtlose Heimnetzwerke (WLAN) machen. Beides sind Funktechnologien, und beide arbeiten im gleichen Frequenzbereich, nämlich bei 2,4 – 5 GHz (WLAN), bzw. 0,7 – 3,6 GHz (5G). Allerdings sitzen die WLAN-Sender nicht irgendwo auf einem Funkmast, sondern mitten in unseren Wohnungen.

Gegen 5G zu protestieren und gleichzeitig ein Funknetzwerk in der eigenen Wohnung zu betreiben, finde ich ziemlich inkonsequent. Das ist, als würde man vegane Ernährung für alle fordern, während man selber täglich ein Schnitzel verdrückt. Was gibt es nun für Alternativen, um die Funkstrahlung aus der eigenen Wohnung zu verbannen?

Kabel statt Funk

Die konsequenteste Lösung ist, die Endgeräte per Kabel mit dem Router zu verbinden. Praktisch alle WLAN-Router bieten auch einen oder mehrere Anschlüsse für ein kabelgebundenes Ethernet-Netzwerk. Die entsprechenden Kabel kann man sich in der gewünschten Länge im Fachhandel konfektionieren lassen, z. B. bei Thiemann in Schondorf (https://www.thiemann-computer.de). Desktop und Laptop Computer sind üblicherweise mit einem Ethernet-Anschluss (RJ45) ausgerüstet. Das sind die rechteckigen Steckverbinder mit einem kleinen Hebel an der Oberseite, der den Stecker in der Buchse arretiert.

Kabelverbindung fürs Tablet

Schwieriger wird es bei Tablets und Smartphones, da diese keinen solchen RJ45-Anschluss haben. Es gibt aber Adapter, die man zwischen Ethernet-Stecker und die gängigen USB-C Anschlüsse am Handy stecken kann. Damit kann man dann auch mit dem Smartphone per Kabel im Internet surfen.

Die Bewegungsfreiheit ist dabei natürlich etwas eingeschränkt. Eine Lösung ist, dass man Kabel in alle Zimmer verlegt, in denen man das Internet nutzen will. Gängige Heimnetz-Router wie die FritzBox verfügen über mehrere Kabelanschlüsse. Falls das nicht reicht, kann man noch einen kleinen Ethernet-Switch dazwischenschalten.

Nur ein bisschen Funk

Wer auf die Bequemlichkeiten des drahtlosen Netzwerks nicht ganz verzichten will, kann immer noch ein paar Maßnahmen für ein strahlungsarmes WLAN treffen. Zum einen kann man es nur dann einschalten, wenn gerade kein Kabel in der Nähe ist. Die Router haben meistens einen Knopf, mit dem sich das WLAN per Tastendruck ein- und ausschalten lässt. Man arbeitet also beispielsweise tagsüber kabelgebunden am Schreibtisch und schaltet das WLAN nur ein, um Abends auf dem Sofa noch eine Netflix-Serie zu streamen.

Strahlungsarme Einstellung

Eine andere Möglichkeit für ein strahlungsarmes WLAN ist, dass man es zeitgesteuert einschaltet. Bei vielen Routern kann man eine solche Zeitschaltung festlegen. So kann man das WLAN nur unter Tags aktivieren und Nachts abschalten.

Während des WLAN-Betriebs kann man die Sendeleistung soweit als möglich reduzieren. Bei der bereits angesprochenen FritzBox ist die entsprechende Einstellung im Menü etwas versteckt. Sie findet sich unter WLAN -> Funkkanal -> Weitere Einstellungen -> Maximale Sendeleistung. Hier muss man ein bisschen experimentieren, mit welcher minimalen Leistung das WLAN immer noch in der ganzen Wohnung funktioniert.

Teilweise wird auch empfohlen, bevorzugt die 5 GHz Frequenz zu benutzen. Hier ist nämlich die sogenannte Transmission Power Control (TPC) vorgeschrieben. Diese regelt die Sendeleistung automatisch auf die notwendige Stärke herunter. Das ist allerdings ein zweischneidiges Schwert. Bei 2,4 GHz ist die Sendeleistung nämlich auf 100 mW begrenzt. Bei 5 GHz dagegen kann die TPC zwischen 25 mW und 4000 mW einstellen, im Extremfall also eine 40-fach höhere Sendeleistung.

Abstand halten

Zum Schluss noch die vielleicht wichtigste Vorsichtsmaßnahme: Laptop oder Tablet möglichst nicht direkt am Körper halten. Die Endgeräte sind meistens eine viel stärkere Strahlenquelle als der WLAN-Router, weil die Intensität der Strahlung mit dem Quadrat der Entfernung abnimmt.

Wenn man das alles umgesetzt hat, kann man auch guten Gewissens gegen den Mobilfunk protestieren.

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