Eine Schondorferin in Südamerika

Erinnert ihr euch noch an die Zimtschnecken? Vor ziemlich genau einem Jahr hatte ich über die junge Schondorferin Tonja Reppegather geschrieben. Die bereitete sich damals gerade darauf vor, für den Freiwilligendienst Weltwärts ein soziales Jahr in Ecuador zu verbringen. Um Geld in die Reisekasse zu bekommen, verkaufte sie selbstgebackene Zimtschnecken (Sich und anderen Gutes tun). Soviel Eigeninitiative hat mir ehrlich imponiert. Außerdem schmeckten die Gebäckstücke einfach hinreißend. Mittlerweile ist Tonja seit einem guten halben Jahr in Ecuador. Dort hat sie jetzt ein Projekt mit Kindern, bei dem sie uns um Hilfe bittet.

Mit dem Freiwilligendienst Weltwärts in Ecuador

Tonja arbeitet in einer Schule in der abgelegenen Gemeinde Guayama San Pedro, wo hauptsächlich die indigenen Kichwa leben. Die Schule liegt übrigens auf rund 3.200 Meter, also ein Stück höher als die Zugspitze.

Vorbereitung der Weltwärts Teilnehmer in Quito, Ecuador
Vorbereitungstreffen des Freiwilligendienstes Weltwärts in Quito (Foto © T. Reppegather)

Begleitet wird sie dabei von Jenny, die ebenfalls über den Freiwilligendienst Weltwärts dort ist. Diese Initiative wurde 2008 vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gegründet. Das BMZ trägt zwar die Grundkosten, aber eigene Ideen müssen die Freiwilligen selbst finanzieren.

Einmal im Leben in die Stadt

Eine solche eigene Idee haben Tonja und Jenny jetzt. Die meisten der Kinder in der Schule haben ihr kleines Dorf noch nie verlassen. Zum Abschluss des Schuljahres sollen sie nun etwas sehen, wenn schon nicht die große, weite Welt, dann zumindest ihr eigenes Land. Die beiden Freiwilligen wollen deshalb mit den Kindern einen Ausflug in die nächstgelegene Stadt machen.

Für den Freiwilligendienst Weltwärts leistet die junge Schondorferin Tonja Reppegather ein soziales Jahr in Ecuador
Tonja und ihre Schützlinge (Foto © T. Reppegather)

Die Kosten für diesen Schulausflug müssen sie wie gesagt selbst aufbringen. Wer sie dabei unterstützen möchte, kann über die Plattform goodcrowd.org etwas spenden:

Spendenaktion
Schulausflug für Schüler im indigenen Ecuador
https://www.goodcrowd.org/schulausflug-fuer-schueler-im-indigenen-ecuador

Ich habe das ausprobiert, und die Seite macht einen seriösen Eindruck. Wie bei allen solchen Spendenplattformen wird man animiert, neben der eigentlichen Spende auch etwas für den Betrieb der Website draufzulegen. Das geschieht aber sehr transparent und ist völlig freiwillig. Jeder Betrag hilft, den Kindern ein schönes Erlebnis zu schenken und ihren Blick auf das eigene Land zu erweitern.

Meerschweinchen mit Kartoffeln

Tonja Reppegather betreibt eine Website, auf der sie in unregelmäßigen Abständen über ihre Erlebnisse während des Freiwilligendienstes Weltwärts in Ecuador berichtet (https://gratis-4419854.webador.de/). Sehr empfehlenswert, werft mal einen Blick darauf. Sie schreibt darüber, wie die Zeit in dem Bauerndorf in den Anden ihren Blick auf die Welt verändert.

Da geht es um die Erkenntnis, wie privilegiert unser Leben in Deutschland im globalen Vergleich ist. Dass sie beispielsweise immer Filterflasche und Stirnlampe dabei hat, weil dem Wasser aus der Leitung nicht zu trauen ist und der Strom oft den halben Tag ausfällt.

Olmedo, ein Lehrer den die Schondorferin Tonja Reppegather während des Freiwilligendienst Weltwärts in Ecuador kennengelernt hat
Lehrer Olmedo mag zum Frühstück Kochbanane, Reis und Thunfisch (Foto © T. Reppegather)

Es gibt auch viele humorvolle Seiten in ihren Berichten. Unter anderem hat sie die Menschen in dem Dorf gefragt, was sie eigentlich zum Frühstück essen. Die Vorlieben gehen von Kochbanane mit Thunfisch bis zu Meerschweinchen mit Kartoffeln, aber manchmal reicht es auch nur für eine Mehlsuppe. Das hat mich wieder daran erinnert, dass wir in Deutschland tatsächlich sehr privilegiert leben.

1 Gedanke zu „Eine Schondorferin in Südamerika“

Schreibe einen Kommentar