Renovierung der Tunnelgalerie

Richtigstellung 2. 4.: Wie ich jetzt von der Gemeinde erfahren habe, werden die Bilder restauriert und dann wieder aufgehängt. Deshalb habe ich die irreführende Überschrift „Das Ende der Tunnelgalerie“ zu „Renovierung der Tunnelgalerie“ geändert. Wer in letzter Zeit die Bahnunterführung benutzt hat, hat es sicher schon bemerkt: Die Schondorfer Tunnelgalerie gibt es nicht mehr. Da wo bis vor einigen Wochen noch die Bilder der WKR-Schüler waren, sind die Wände jetzt weiß gestrichen. Eigentlich sollte ich darüber traurig sein, aber das Gefühl mag sich nicht so recht einstellen.

Kunst aus der Wolfgang-Kubelka-Realschule

Es ist jetzt rund zehn Jahre her, dass sich Schüler der Wolfgang-Kubelka-Realschule (https://www.rs-schondorf.de/) daran machten, die Bahnunterführung zu verschönern. Was davor ein reiner Zweckbau war, wurde zur Schondorfer Tunnelgalerie. Rund ein Dutzend Bilder schmückten die Wände links und rechts des Durchgangs.

Dinosaurier-Bild in der Schondorfer Tunnelgalerie unter der Bahn
In der Tunnelgalerie war auch ein blutrünstiger Dinosaurier

Verschiedene Jahrgangsstufen hatten sich daran beteiligt, und das spiegelte sich in den Arbeiten wider. Die Gestaltung reichte von kindlich-naiv bis zu erstaunlich kunstfertig. Besonders in Erinnerung ist mir die Darstellung eines Dinosauriers, der einem anderen gerade die Eingeweide herausreißt. Ziemlich blutrünstig, aber es zauberte den Vorübergehenden doch ein Lächeln ins Gesicht.

Schmiererei in der Schondorfer Tunnelgalerie

Sicher war ich nicht der einzige, der die Schondorfer Tunnelgalerie spontan ins Herz geschlossen hat (Der Bahnhof wird schöner). Auch die Graffiti-Sprayer zeigten Respekt und ließen die Bilder in Ruhe. Zumindest war das die ersten ein, zwei Jahre so.

So sah die Schondorfer Tunnelgalerie in der Bahnunterführung aus
Als die Bilder noch neu und nicht beschmiert waren

Dann waren plötzlich die ersten Bilder beschmiert, und das breitete sich recht schnell aus. Die Schüler restaurierten ihre Arbeiten und brachten ein Schild an, man möge doch bitte die Bilder in Ruhe lassen. Sie hängten sogar eine leere Tafel an die Wand. Wer unbedingt eine Botschaft hinkritzeln wolle, solle das doch auf dieser Fläche machen. Bewirkt hat der Appell von Jugendlichen zu Jugendlichen leider nicht viel.

Broken-Windows-Theorie

Es gibt die sogenannte Broken-Windows-Theorie. Ein eingeschlagenes Fenster an einem leerstehenden Gebäude macht eigentlich nicht viel aus. Wird es aber nicht schnell ersetzt, dann sind in kürzester Zeit auch die anderen Scheiben zertrümmert. Anscheinend zieht eine Vorbeschädigungen fast automatisch weiteren Vandalismus nach sich.

In der Schondorfer Tunnelgalerie war das zu beobachten. Zuerst war ein Bild beschmiert, dann ein zweites und nicht lange danach war kein einziges mehr unversehrt. Ab da war die Galerie kein erfreulicher Anblick mehr, sondern ein trauriger. Nach einigen Jahren sah man das wohl auch in der Gemeinde so. Die komplette Unterführung inklusive aller Bilder wurde jetzt weiß gestrichen.

Richtigstellung 2. 4.: Wie oben schon geschrieben, sind die Bilder nur zur Restaurierung entfernt und sollen anschließend wieder aufgehängt werden.

Frisch gestrichen: Die Bahnunterführung am Bahnhof Schondorf am Ammersee
Die Bahnunterführung ist frisch gestrichen

Ich bin schon mal gespannt, wie lange das so bleibt. Wahrscheinlich tauchen recht bald die ersten Graffiti auf. Mal schauen, vielleicht sind dann auch Arbeiten dabei, die über das übliche Gekrakel hinausgehen und so etwas wie Streetart in die Unterführung bringen.

Martin Blumöhr mit seinem Live Painting in Schondorf
In der Bahnhofstraße ist hochkarätige Streetart im Anmarsch

An der Stelle kann ich schon mal andeuten, dass wir uns heuer in Schondorf auf ein Werk eines wirklichen Streetart-Meisters freuen können. Es wird gut sichtbar an ein Haus in der Bahnhofstraße gesprayed werden. Mehr wird einstweilen nicht verraten.

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