Was LEADER so macht

Ich tue mich zugegeben etwas schwer, über die LAG-Ammersee zu schreiben, ohne in einen leicht spöttischen Ton zu verfallen. Die LAG (Lokale Aktionsgruppe) betreut die LEADER Projekte in der Ammerseeregion. Das ist ein Förderprogramm der EU, und es läuft so dynamisch und schwungvoll, wie man sich das von einem EU-Projekt vorstellt. Im Newsletter der LAG lese ich von turnusmäßigen Treffen, Kick-off-Meetings, Förderanträgen und Steuerkreissitzungen, und es wird ganz viel vernetzt.

Spinnennnetz im Sonnenlicht

Vernetzung in der Region

Wie gesagt, bei so hochtourigen Verwaltungsaktivitäten ist es schwierig, sich nicht ein bißchen zu mokieren. Es gibt aber durchaus Fortschritte bei den einzelnen Projekten, z. B. bei den „Vernetzten Jugendplätzen“. Hier arbeiten 16 Gemeinden zusammen. Sie wollen abgestimmte Freizeitangebote für Jugendliche erstellen, und die bestehenden Angebote in der Region bekannt machen.

Selbstverwaltete Freizeitangebote

Man könnte einwenden, dass die Jugendlichen wahrscheinlich auch so ganz gut wissen, wo sie „ihren“ Basketballplatz oder Skatepark finden. Trotzdem finde ich es eine gute Idee. Erstens kann eine Abstimmung über Landkreisgrenzen hinweg nicht schaden. Damit wird verhindert, dass in unmittelbarer Nachbarschaft gleichartige Anlagen entstehen.
Zweitens gefällt mir, dass die Einrichtungen von den Jugendlichen selbst mitgestaltet und nach Möglichkeit auch selbst verwaltet werden sollen.

Unterstützung für Bürgerengagement

Der recht hohe bürokratische Aufwand ist ein generelles Problem der LEADER Projekte. Unterhalb einer gewissen Größenordnung lohnt sich das zeitlich und finanziell einfach nicht. Das hat auch die LAG Ammersee erkannt und einen eigenen Fördertopf für kleinere Projekte installiert. € 20.000 stehen bereit, um Bürgerengagement unbürokratisch zu unterstützen.
Die Anträge sollen in der Reihenfolge des Eingangs behandelt werden und können maximal € 5.000 Unterstützung erhalten.

Der Ammerseepfad

Ebenfalls aus einem LEADER Projekt entstanden ist der Ammerseepfad. Er umfasst 20 Informationstafeln, mit denen die Vielfalt der Natur rund um den See erklärt wird. Den Besuchern sollen die Augen geöffnet werden für die Schönheit und Einzigartigkeit der Tier- und Pflanzenwelt im und um den Ammersee. Die Tafel in Schondorf erklärt die Eintagsfliege, die überraschenderweise den größten Teil ihres Lebens im Wasser verbringt (wieder was gelernt).

Schulklassen erklären die Natur

Diplom-Forstwirt Markus Blacek aus Pähl hat gut zwei Jahre Arbeit in das Projekt gesteckt. Mitgearbeitet haben auch mehrere Schulklassen aus der Region, die Ideen für interaktive Objekte entwickelt und kleine Filme gedreht haben. Hier ist einer davon: Video auf YouTube

 

Kommentare

  1. Der gute Herr Blacek … ein Mann, der wirklich was versteht von Kommunikation im Internet. (Ironie-Modus aus).
    Ich habe an anderer Stelle hier im Blog mich schon mokiert … Das Filmchen ist ja nett, mehr aber leider auch nicht. Es fehlt am Gesamtzusammenhang. Ich könnte mich ohrfeigen, dass ich den Internetauftritt (entwickelt von verschiedenen Experten) gelöscht habe. Den würde ich an dieser Stelle gern mal zeigen. Aber wie gesagt: ich habe ihn gelöscht. Weil ich sauer war, dass Her Blacek sich nicht mal die "Mühe" gemacht hat, den von verschiedenen Experten ausgearbeiteten Vorschlag zum Thema "Lernprojekt Ammersee" anzuschauen. Das nehme ich ihm heute noch übel. Wir (verschiedene Lehrer, eine Biologin, ein IT-Profi und meine Wenigkeit) haben sehr viele Stunden investiert, um eine informative und interaktive Webseite zu entwickeln. Das haben wir gemacht, weil wir das Projekt wichtig und interessant fanden. Ergebnis: kein Interesse!
    "Leader am Ammersee" – das ruft bei mir nur ein trauriges Grinsen hervor.

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