Radtour auf dem Amperradweg

Wie sich wahrscheinlich herumgesprochen hat, sind wir im Landkreis Landsberg gerade im dreiwöchigen Aktionszeitraum des Stadtradeln (https://www.stadtradeln.de/). Mir ist es inzwischen eine liebgewordene Tradition, diese Zeit für eine mehrtägige Radtour zu nutzen. Nachdem ich letztes Jahr auf dem Ammer-Radweg zum Lech gefahren bin, habe ich mir heuer die Gegenrichtung vorgenommen. Ich war also auf dem Amper-Radweg unterwegs, und zwar bis zu seinem Ende in Moosburg.

Start in Stegen

Korrekt heißt die Route Ammer-Amper-Radweg, weil der Fluss unterwegs seinen Namen ändert. Vom Ursprung bei Oberammergau bis zum Ammersee ist es die Ammer. Im See tauscht das Gewässer auf mysteriöse Weise ein M gegen ein P, und rinnt ab Stegen als Amper weiter. Mein Startpunkt war demnach Stegen, wo die Amper den Ammersee verlässt.

Beschilderung des Ammer-Amper-Radweg
Einfach dem Schild AAR folgen

Von hier sind es etwa 110 Kilometer bis zur Mündung in Moosburg. Eine Strecke, die ich mit dem E-Bike an einem Tag bewältigen kann. Allerdings wäre es etwas weniger anstrengend gewesen, wenn ich mir für die Fahrt nicht ausgerechnet die Hitzewelle des Jahrhunderts herausgesucht hätte.

Drei unterschiedliche Abschnitte

Für mich hat sich die Route in drei Teilstücken dargestellt, die jeweils einen ganz eigenen Charakter hatten. Das sind die Strecke vom Start bis Dachau, der Teil von Dachau bis Allershausen und dann der letzte Abschnitt des Amper-Radwegs nach Moosburg.

Im ersten Teil ist es schwierig, zügig voranzukommen, weil ständig lauschige Plätzchen zu einer Rast einladen. Schon nach wenigen Kilometern locken der Biergarten Dampfschiff und das Café Bella Martha in Grafrath.

Der Ammer-Amper-Radweg bei Grafrath
Die Amper bei Grafrath

In Fürstenfeldbruck führt die Radroute direkt durch die prächtige Klosteranlage, wo man ebenfalls von einem schattigen Biergarten in Versuchung geführt wird.

Bei der Weiterfahrt könnte man wunderbar Zeit in den lauschigen Amperauen vertrödeln, oder in der historischen Altstadt von Dachau. Wer es nicht eilig hat, sollte zum Dachauer Schloss hochfahren. Hier hat man einen eindrucksvollen Blick über München bis zu den Bergen, und die Kuchen im Schlosscafe sind legendär.

Auf dem flachen Land

Hat man Dachau erst einmal verlassen, verleitet nichts mehr zum Trödeln. Die Amper berührt der Radweg hier nur vereinzelt. Ich hatte das Gefühl, auf einem geometrischen Raster unterwegs zu sein. Ein Kilometer geradeaus durch Getreide- und Gemüsefelder, neunzig Grad rechts abbiegen, ein Kilometer durch Gemüsefelder, neunzig Grad links abbiegen, und immer so weiter. Ich verlor hier jedes Gefühl für Entfernungen, weil die Landschaft eigentlich immer so aussah, wie eine Viertelstunde zuvor.

Auf dem Ammer-Amper-Radweg: Sommerlandschaft in der Nähe von Haimhausen im Landkreis Dachau
Flaches Land nordöstlich von Dachau

Etwa ab Allershausen ändert sich dann der Streckencharakter wieder. Die Landschaft wird hügelig und abwechslungsreich, man sieht mehr vom Fluss und die Ortschaften haben Charme. Hier hat das Fahren auf dem Amperradweg wieder richtig Spaß gemacht.

Navigation mit dem Radroutenplaner

Im Prinzip braucht man auf dem Ammer-Amper-Radweg nur den weißen Schildern mit den grünen Buchstaben AAR zu folgen. Allerdings gerät man schnell auf Irrwege, wenn man auch nur einmal einen Richtungspfeil übersieht. Deshalb habe ich das Handy zu Hilfe genommen und mit dem Radroutenplaner Bayern (Eine Radl-App für Bayern) navigiert.

Der Radroutenplaner Bayern ist eine Radl-App für speziell für den Freistaat
Der Ammer-Amper-Radweg ist eine der 125 Themenrouten in Bayern

Die kostenlose App macht ihren Job ganz ordentlich. Nur wenn man von der Strecke abkommt, ist sie manchmal etwas störrisch. Einmal wollte sie mich partout zur verpassten Abzweigung zurück lotsen, obwohl die geplante Route einfach eine Straße parallel von mir verlief.

Verkehrsteilnehmer zweiter Klasse

Was die App nicht kennt, sind Baustellen entlang der Strecke (Google übrigens auch nicht). So fuhr ich vor Dachau fröhlich am Amperkanal entlang zu der Stelle, wo ich auf einem Steg den Fluss überqueren sollte. Der war allerdings wegen Bauarbeiten gesperrt. Ein Hinweisschild empfahl, zurück und dann in weitem Bogen zur nächsten Straßenbrücke zu fahren.

Für mich ein Zeichen, dass Radfahrer und Fußgänger immer noch als Verkehrsteilnehmer zweiter Klasse gelten. Eine Brückensperrung ohne rechtzeitige Umleitung wäre im Autoverkehr undenkbar.

Auf dem Ammer-Amper-Radweg: Brücke über die Amper in Alleshausen
Amperbrücke in Alleshausen

Am Ende bin ich jedenfalls gut in Moosburg angekommen und stand an der Stelle, wo die Amper in die Isar rinnt. Der Ammer-Amper-Radweg ist dort logischerweise zu Ende. Dafür geht hier der Isar-Radweg entlang. Den habe ich dann am nächsten Tag genutzt, um nach Bad Tölz zu radeln. Aber das ist eine andere Geschichte.

Schreibe einen Kommentar