Die Null steht

Bei der Schondorfer Bürgerversammlung am 24. Mai wurden jede Menge Zahlen präsentiert. Eine der erfreulichen Nachrichten aus dem Jahresrückblick 2016 war, dass die Neuverschuldung bei genau Euro 0,00 lag.

Neuverschuldung 2017 von Schondorf am Ammersee

Spitzenstellung am Ammersee

Die Gesamtverschuldung wurde um rund € 500.000 auf € 6,5 Mio. reduziert. Das ist natürlich immer noch eine ganze Menge und bedeutet, dass der Schuldenstand pro Kopf jetzt bei etwa € 1.700 liegt. Ich hatte vor ziemlich genau einem Jahr schon einmal über das Thema Schulden geschrieben (siehe Spitzenstellung von Schondorf).
Wir sind immer noch die am höchsten verschuldete Gemeinde am Ammersee. Das liegt aber nicht daran, dass wir in den letzten Jahren in Saus und Braus gelebt hätten. Die Schulden kommen vor allem von den beiden Großprojekten Feuerwehrhaus und Prix-Gelände.

Investitionen in die Zukunft

Der Neubau des Feuerwehrhauses war sicher notwendig, wenn man sich das Wachstum von Schondorf ansieht. Jetzt haben wir ein gut ausgestattetes Gebäude, das für die nächsten Jahrzehnte ausreichen sollte.
Auch das Prix-Gelände ist eine Investition in die Zukunft. Die Gemeinde hat das ehemalige Industriegebiet 2013 gekauft, wenn ich mich richtig erinnere, für damals € 4 Mio. Dazu kamen mittlerweile noch erhebliche Kosten für den Abriß, die Entsorgung der Altlasten, diverse Gutachten, Entwürfe, usw. Zumindest auf einem Teil des Geländes soll bezahlbarer Wohnraum entstehen, um auch jungen Familien und Normalverdienern ein Leben am Ammersee zu ermöglichen. Allerdings muss dazu jetzt erst einmal ein Kriterienkatalog für den Investorenwettbewerb erstellt werden. Anschließend muss Schondorf dann einen oder mehrere Investoren finden, die auf dem Gelände entsprechend den Vorgaben bauen wollen. Ich vermute, dass das mindestens bis 2018 dauern wird.
Das investierte Geld wird am Ende wahrscheinlich wieder herein kommen. Mehr aber auch nicht, weil die Gemeinde die Grundstückspreise nicht noch mehr anheizen will, sondern lediglich eine „schwarze Null“ anpeilt.

Solide gewirtschaftet

Auch wenn sich die Schuldensituation in den nächsten Jahren wieder entspannen wird, ist es trotzdem gut, vorsichtig zu wirtschaften. Ob private oder öffentliche Haushalte, Schulden sind immer eine Einschränkung des eigenen Handlungsspielraums. Außerdem schauen die bayerischen Landratsämter  den Gemeinden genau auf die Finger, ob verantwortlich gewirtschaftet wird.
Von daher freut es mich, dass Schondorf letztes Jahr keine neuen Schulden gemacht hat. Natürlich ist das auch einmaligen Effekten wie dem Verkauf des Wassernetzes zu verdanken, und natürlich wurden einige geplante Vorhaben aufgeschoben. Zum Beispiel wird die notwendige Sanierung einiger Gehwege – etwa in der Bahnhofstrasse – wohl noch etwas auf sich warten lassen (In der Bahnhofstrasse ärgert mich das, weil im Gegensatz zum holprigen Gehweg, die Fahrbahn glatt ist wie ein Babypopo. Mit dem Porsche kommt man hier bestens voran, mit einem Kinderwagen nicht).
Im Großen und Ganzen wurden die Sparziele aber erreicht, ohne dass Schondorf nun verwahllost aussieht.
Ich finde, das haben die Verwaltung und der Gemeinderat gut gemacht. 

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