Taten für Morgen

Taten für Morgen ist ein vom Fonds Nachhaltigkeitskultur ausgeschriebener Ideenwettbewerb (https://www.tatenfuermorgen.de). Dahinter steht der von der Bundesregierung 2001 gegründete Rat für Nachhaltige Entwicklung (https://www.nachhaltigkeitsrat.de/). Der Wessobrunner Kreis gehört mit seinem Beitrag Familientaugliche Wohnungen statt Einfamilienhäuser zu den Gewinnern dieses Wettbewerbs.

Familientaugliche Wohnungen

In dem Projekt des Wessobrunner Kreises geht es um die Frage, wie familienfreundliches Wohnen in Zukunft aussehen sollte. Das ist ein Thema, das uns in Schondorf und generell am Ammersee betrifft. Die Landschaft mit immer noch mehr Einfamilien- und Doppelhäusern vollzustellen, kann nicht die Lösung sein. Das führt zu einem ausufernden Flächenfraß und zu charakterlosen, gleichförmigen Schlafsiedlungen. Deshalb braucht es frische Ideen, wie beispielsweise Mehrgenerationenhäuser (Projekt Jaudelschuster).

Modell Mathias Rathke
Modularhaus von Mathias Rathke

Für den Wettbewerb Taten für Morgen hat die Projektgruppe des Wessobrunner Kreises ein Jahr lang Ideen zu Baukultur, Wohnen und Nachhaltigkeit ausgearbeitet. Die Ergebnisse sind in der Broschüre Lebenswert zusammengefasst. Ihre Ansätze beschreiben die beteiligten Architekten in einem Manifest mit zehn Punkten. Diese beginnen mit der Planungshoheit der Gemeinden. Die Kommunen müssten selbst wieder Wohnraum mit gebundenen Mieten schaffen.

Baukultur schont Ressourcen

Anschließend geht es über positive Verdichtung, Verkehr, öffentlichen Raum und Grünraum bis zum sparsamen Umgang mit der vorhandenen Fläche. Der letzte Punkt betrifft dann wieder die Gemeinden, genauer gesagt die Gemeindefinanzen. Solange die Finanzierung zum größten Teil über die Gewerbesteuer erfolgt, führt das zur Ausweisung von immer neuen Gewerbegebieten. Die Ortszentren verarmen und die Landschaft wird immer weiter zersiedelt.

Als Oberbegriff steht über dem Manifest: Eine nachhaltige Baukultur schont Ressourcen, sorgt für sozial erschwinglichen Wohnraum und ein gesundes Umfeld. Entsprechend dem Motto Taten für Morgen folgen dem theoretischen Einstieg acht konkrete Vorschläge. Sie zeigen, wie eine nachhaltige, dörfliche Architektur aussehen könnte. Einige der in der Broschüre vorgestellten Ideen beziehen sich konkret auf den Ammersee.

Architektur von morgen

Postkonventionellen Wohnraum von Arthur de Grave
Entwurf von Arthur De Grave

Beispielsweise macht sich Fabian Wagner aus Breitbrunn Gedanken darüber, wie das Zusammenleben in seiner ländlichen Heimatgemeinde in Zukunft aussehen könnte. Mathias Rathke aus Schondorf stellt ein Modularhaus als alternative Wohnform zum Doppelhaus vor. Der Uttinger Architekt Benedikt Sunder-Plassmann präsentiert ein Konzept für ein Einfamilienhaus-plus.

Lebenswert

Taten für Morgen - Familientaugliche WohnungenIn Lebenswert. Familientaugliche Wohnungen statt Einfamilienhäuser finden sich viele kluge Gedanken und innovative Ansätze, wie ländliches, familienfreundliches Wohnen jenseits von Einfamilienhäusern aussehen könnte. Die Broschüre kann man hier als Pdf herunterladen: https://www.wessobrunner-kreis.de/fileadmin/user_upload/Bilder_Programm/2019/Taten_fuer_Morgen/WK_TatenfuerMorgen2019.pdf

Das Ganze ist allerdings keine leichte Lektüre. Hier sind Profis am Werk, die ihre Überlegungen mit Daten und Fakten unterlegt haben. Dementsprechend sind die 96 Seiten gespickt mit Zahlen, Statistiken und Skizzen. Aber eben auch mit bedenkenswerten Ideen.

Zum Einstieg empfehle ich einen kurzen Film auf YouTube, in dem die beteiligten Architekten ihre Ideen kurz vorstellen: https://youtu.be/s4aidQLEGvg

Kommentare

  1. Pingback: Wohnen und Bauen. Ortsentwicklung gestalten. | Renate Standfest

  2. Sigrid Römer-Eisele

    Vielen Dank für diesen wirklich spannenden Blogbeitrag mit den entsprechenden Links zu den Architekten-Beiträgen. Nach Ansicht des Films bin ich der Meinung, dass wir hier wirklich einige kreative Ideen in unsere Siedlungspläne aufnehmen sollten…. besonders interessant finde ich den ersten Beitrag mit dem Überbauen der Garagen, weil hier wirklich gar kein zusätzlicher Bodenbedarf nötig ist.

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