Das Jahr der Baustelle

2026 wird in der Ortsmitte das Jahr der Baustelle. Zwischen Uttingerstraße und Wilhelm-Leibl-Platz müssen sich die Schondorfer von Februar bis November auf Straßenbauarbeiten einstellen. Bei einem Informationsabend für die Anwohner wurden am 6. Februar im Rathaus die Pläne zur Sanierung der Bahnhofstraße vorgestellt.

Sanierungsfall Bahnhofstraße

Dass die Bahnhofstraße dringend saniert werden muss, ist schon lange bekannt. Die Tragschicht ist wohl über weite Strecken zu dünn, wodurch sich die Asphaltdecke verwirft. Außerdem sind die Gehwege an vielen Stellen zu schmal und in einem teilweise erschreckend schlechtem Zustand.

Vorstellung des Plans zur Sanierung der Bahnhofstraße in Schondorf
Überblick über die anstehenden Arbeiten

Hier muss also etwas gemacht werden. Ich finde es gut, dass die Gemeinde nicht einfach drauflos asphaltiert, sondern sich weitere Gedanken gemacht hat. Was könnte bei dieser Gelegenheit in einem Aufwasch mit erledigt werden? Dabei kam man auf die Wasserleitungen, die dort schon seit Jahrzehnten liegen, und früher oder später auch erneuert werden müssen. Das wird nun in einem Bauprojekt angegangen.

Informationsabend für die Anwohner

Um das alles zu erklären, lud die Gemeinde die Anwohner am 6. Februar zu einem Informationsabend ins Rathaus. Rund 30 Personen folgten der Einladung. Die waren einerseits erfreut, über die Planungen informiert zu werden, andererseits aber auch enttäuscht von dem späten Zeitpunkt. Die Bauarbeiten beginnen nämlich schon Montag in einer Woche.

Buchhandlung Tinbooktu Ammersee in Schondorf
Läden wie das Timbooktu in der Bahnhofstraße haben einen schwierigen Sommer vor sich

Besonders verärgert darüber waren die Geschäftsleute, die von der Straßensperrung während der Sanierung der Bahnhofstraße natürlich besonders betroffen sind. Für sie gibt es zwar noch einen extra Informationsabend, allerdings erst nach Beginn der Bauarbeiten.

Drei Bauabschnitte

Straße und Gehsteige werden also saniert, und gleichzeitig auch die Wasserleitung erneuert. Das betrifft die Hauptleitung und die Anschlüsse bis zur Grundstücksgrenze. Wer bei der Gelegenheit auch gleich das Leitungsstück von dort bis zum Haus erneuern will, kann das machen, aber auf eigene Kosten.

Sanierung der Bahnhofstraße in Schondorf: Die drei Bauabschnitte
Die drei Bauabschnitte

Die Arbeiten erfolgen in drei Abschnitten. Los geht es ab Februar im Bereich von der Uttingerstraße bis zur Einmündung der Greifenbergerstraße. Das soll bis Mitte Mai fertig werden. Dann geht die Sanierung der Bahnhofstraße zwischen Greifenbergerstraße und Kalkbrünnerlweg weiter. Hier rechnet man mit Bauarbeiten bis Ende Juli. Der dritte Bauabschnitt geht von dort bis zum Wilhelm-Leibl-Platz, und soll bis Mitte Oktober abgeschlossen sein.

Sanierung der Bahnhofstraße

Keine Frage: es wird chaotisch. Alle Anwohner der Bahnhofstraße werden dieses Jahr nicht die gewohnte Mobilität haben und immer wieder improvisieren müssen. Das ist aber nicht zu vermeiden, denn die Sanierung der Bahnhofstraße ist fällig und es gibt keine Möglichkeit, das völlig störungsfrei zu erledigen.

Bauarbeiten zur Sanierung der Greifenbergerstrasse in Schondorf am Ammersee
So wird es bald auch in der Bahnhofstraße aussehen

Die gute Nachricht ist, dass die Zufahrt für Feuerwehr und Rettungsdienste jederzeit gewährleistet ist. Für alle anderen Situationen sollte man sich zwei Namen notieren. Da ist zum einen Michael Mitlewski der als Polier die Bauarbeiten leitet. Er ist vor Ort und mit ihm kann man reden, wenn man trotz gesperrter Straße aus dem eigenen Haus aus- oder einfahren muss.

Für größere Sachen ist Claudia Wenzel (Tel. 08192/933553) vom technischen Bauamt zuständig. Mit ihr sollte man reden, wenn eine sperrige Lieferung ansteht, z. B. ein Heizöllaster oder ein Möbeltransporter. Je früher man sich meldet, desto besser kann sich der Bautrupp auf die Situation einstellen. Ich nehme an, dass diese Informationen demnächst auch auf der Website der Gemeinde (https://www.schondorf-ammersee.de/) veröffentlicht werden.

Breitere Gehsteige, schöneres Pflaster

Es werden also ein paar unangenehme Monate werden, aber dafür haben wir am Ende nicht nur sanierte Wasserleitungen und Straßenbelag, sondern ein paar echte Verbesserungen. Das betrifft vor allem die Gehsteige. Die Breite der Gehwege wird bei dem Umbau auf ein vernünftiges Maß erhöht. Jetzt sind sie, speziell im Bauabschnitt 1, oft nur einen Meter breit.

Saubere Asphaltdecke nach der Sanierung der Greifenbergerstrasse
So ordentlich soll es werden

Nach Abschluss der Sanierung der Bahnhofstraße werden sie dort auf 1,50 bis 1,90 m verbreitert. Man kommt dann also aneinander vorbei, ohne auf die Fahrbahn ausweichen zu müssen. Außerdem werden die Gehsteigkanten auf nur 4 cm hohe Niederbordsteine abgesenkt. Das macht es viel einfacher, mit Kinderwagen oder Rollator die Straße zu überqueren. Zu guter Letzt haben die Wege entlang der Straße ein einheitliches Pflaster, und nicht mehr ein Flickwerk aus verschiedenen Belägen. Das wurde schon in der Greifenbergerstraße so gemacht und ich finde, das sieht richtig gut aus. (So schön wie noch nie).

Wie gesagt, es stehen uns einige Einschränkungen bevor, aber danach sollte die Bahnhofstraße auf Jahrzehnte hinaus in einem guten Zustand sein.

12 Gedanken zu „Das Jahr der Baustelle“

  1. Noch ein PS: Die Gemeinde Schondorf hat heute – am 10. Februar 2026 – offensichtlich mitgekriegt, dass bezüglich der „Informationspolitik“ was im Argen liegt. Denn seit heute gibt es eine „Information“ über die Sachlage bezüglich Bahnhofstraße auf der Schondorf-Website.
    Bravo! Klasse gemacht, Leute. Von (guter) PR habt ihr definitiv keine Ahnung!
    Ein PS im PS: Ich habe vor vielen Jahren dem damaligen Bürgermeister (ist längst in Rente) empfohlen, ein Blog auf der Website zu installieren. Fand er völlig abstrus (mein persönlicher Eindruck).

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  2. Ganz allgemein zur Sanierung der Bahnhofstraße. Grundsätzlich ist zu begrüßen, dass hier mal etwas geschieht – die Gehwege waren ja zum Großteil der reinste Hindernissparkur für Rollator und Co.
    Aber jetzt die Gehwege soweit abzusenken, dass nur noch eine 4cm starke „Stufe“ zur Fahrbahn bleibt, ist ja wieder nichts Halbes und nichts Ganzes. Das ist im Gegenteil ein Angriff auf die Gesundheit der Menschen und eine Ohrfeige für ältere Menschen, Fahrradfahrer und Rollatoren. So eine „Stufe“ ist eine gefährliche Stolperschwelle, ein störendes Hindernis für alle Rollfahrzeuge und eine Todesfalle für die Radfahrer, die bei noch engerer Fahrbahn an den Rand gedrückt werden und an der Schwelle unweigerlich stürzen.
    Weshalb zum Teufel kann man denn nicht aus den Erfahrungen anderer Städte lernen, wo in einer befahrbaren „Fußgängerzone“ ohne jede Schwellenangst ein harmonisches Miteinander praktiziert wird !?? Man muss sich halt auch mal die Beispiele z.B. in Ochsenfurt oder auch in Dießen ansehen um zu begreifen, wie wunderbar das funktioniert !

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    • Lieber Kurt, wenn ich mit dem Fahrrad unbeabsichtigt an eine Bordsteinkante stoße, sind mir 4 cm deutlich lieber als 15 cm Höhe. Übrigens empfiehlt auch der ADFC solche Niederbordsteine, um den Übergang zur Straße sicherer zu machen.

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  3. Werte Frau Blaes,

    haben sie denn ihre Äußerung im Gemeinderat getätig und Feedback bekommen? Wenn es sie so beschäftigt, warum wenden sie sich nicht an die Presse, jetzt im Wahlkampf finden sie bestimmt Gehör, gerade in Zeiten knapper Kassen.

    Zum Thema Kommunikation Herr Herrmann wollte einen Posten dafür schaffen der aber von seinen Kollegen im Gemeinderat mehrheitlich abgelehnt wurde. Was sagen sie dazu? Sie können ja gerne Herrn Ploner wählen und dann haben wir ja jemanden für Kommunikation im Rat.

    Es ist sicher einiges im Argen, aber der Bürgermeister ist nicht an allem Schuld, fragen sie mal die Mitglieder und wie gesagt jetzt oder nie, im Wahlkampf wird sich jemand ihrer Themen schon annehmen um ihre Stimmen zu bekommen.

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      • Guten Tag Frau Blaes,
        ​schade, dass Sie die Form der Kommunikation über den Inhalt stellen. Anonymität dient im Netz oft dem Schutz der Privatsphäre und sollte kein Hindernis für einen sachlichen Austausch sein.
        ​Falls Sie sich doch noch dazu entscheiden, auf meine Argumente einzugehen, freue ich mich auf eine konstruktive Antwort.

        P.S. Ich empfehle Ihnen, Google Maps oder Bayernatlas für Ihre geografischen Kenntnisse.

        Mit besten Grüßen

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  4. PS: Dass über die für Schondorfer Bürger durchaus relevante Maßnahme auf der Gemeinde-Website kein Wort verloren wird, finde ich – konkrekt ausgedrückt – beschissen.
    Überhaupt sind die „Bekanntmachungen“ auf der Schondorfer Gemeinde-Website völlig belanglos.
    Alles in allem kann sich der Schondorfer Bürgermeister bezüglich „Informationspolitik“ nicht nur eine Scheibe, sondern einen ganzen Laib Brot vom „Schondorfblog“ abschneiden, und dabei mal überlegen bzw. sehen, wie „Kommunikation 2.0“ funktioniert.
    Noch was: Vor drei Jahren habe ich die „Mängelmelder-Meldoo“ bemüht. Es ging um den permanent unter Wasser stehenden Weg im Wäldchen nördlich von Schondorf. Man kann ihn zu Fuß nicht begehen, sondern muss sich durch den Wald schlagen – es sei denn, man möchte seine Füße/Schuhe im Schlamm baden. Ich hatte auch ein Foto beigelegt. Reaktion: keine!
    Das zur Kommunikationspolitik der Gemeinde Schondorf. Die alles in allem nicht nur schlecht, sondern einfach nur miserabel ist: bürokratisch und völlig am Informationsbedürfnis der Bürger vorbei.

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    • Danke Frau Blaes für Ihre Anmerkungen.

      In der Tat ist die Informationspolitik ein Armutszeugnis der Gemeinde.

      Auch ich bediene mich des Schondorfblogs um mehr und aktuelle Informationen zu erhalten, was sich denn hier in der Gemeinde sozusagen so tut.
      Diese Pluspunkte muss man eindeutig Herrn Ploner zuordnen.

      PS:
      Insbesonders träge bis dilettantisch agiert offensichtlich das Ordnungsamt spezifisch in der zeitnahen Erledigung von Meldoo Mängel-Meldungen.
      Eine personelle und organisatorische Veränderung in diesem Amt ist mehr als geboten.

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      • Gerne gebe ich Ihnen recht, das das Ordnungsamt hier gar nicht funktioniert und es auch nur sehr schwammiges Antworten gibt aud Rückfragen oder Anliegen in dieser Hinsicht, hier gehört dringend eine Änderung herbei.

        Auch der Zustand der Gemeinde ist mehr als traurig von Sauberkeit, allgemeines Erscheinungsbild etc.

        Ich hoffe das der zukünftige Rat und Bürgermeister hier ansetzt.

        Sollte sich hier merklich nix ändern, wäre es ein Armutszeugnis.

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  5. Danke für die Information! Ich bin nur indirekt betroffen, befürchte aber Schlimmes. Die Sanierung der Greifenberger Straße hat – gefühlt – ein Jahr gedauert. Mit welch erstaunlichem Schneckentempo sich die dortigen Arbeiten dahinschleppten, bekamen alle mit. Und jeder (vor allem die direkt Betroffenen) fragte sich: Warum geht hier nichts voran?
    Und nun die relativ lange Bahnhofstraße … Wenn die im Oktober wieder komplett befahrbar sein sollte, fresse ich einen Besen.
    Und ich frage mich: Wo ist bzw. sind die Ausweichrouten? Wird die – auch ewige Baustelle der (vorübergehenden, aber unendlichen) Ausweichstraße am nördlichen Ortsende vor dem Wasserwerk – dort geht nämlich auch nichts voran, seit Monaten (!) herrschen dort nur Schutt, Erde und Steine – wieder aktiviert?
    Alles in allem bin ich SEHR gespannt.

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    • Da muss ich jetzt die beteiligten Baufirmen ein bisschen in Schutz nehmen. Da liegen seit Jahrzehnten alle möglichen Rohre und Leitungen unter der Straße, nicht alles ist ordentlich dokumentiert, und da gibt es dann beim Aushub manche Überraschung. Die Gemeinde sagt, man habe aus den Erfahrungen mit der Greifenbergerstraße gelernt und deshalb im Zeitplan mehr Puffer eingebaut. Außerdem wird die Straße mit Bodenradar untersucht, um die genaue Lage von Telekommunikationsleitungen zu eruieren.
      Zu den Umfahrungen: Die Ausweichroute am Wasserwerk würde nichts bringen, weil sie über die Brunnenstraße nur wieder zu der – dann gesperrten – Bahnhofstraße führt. Ab dem zweiten Bauabschnitt muss wohl der gesamte Verkehr zum und vom See über Seestraße und Eichet geführt werden.

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