Holzhausen wehrt sich

Demonstration für den Schutz der Holzhausener Bucht am Ammersee

Am 23. April kamen Vertreter von Polizei und  Innenministerium zu einer Gemeinderatssitzung in Holzhausen. Sie stellten dort die umstrittenen Pläne für ein Polizeibootshaus am Steg vor.
Die Initiative dampferstegholzhausen.de hatte dazu aufgerufen, zahlreich zu der Veranstaltung zu kommen – und die Menschen kamen auch sehr zahlreich.

Groß und Klein am Dampfersteg

Ich hatte schon bei der Anfahrt das Gefühl, ganz Holzhausen sei auf den Beinen. Aus praktisch jedem Haus kamen Menschen aller Altersgruppen und bewegten sich Richtung Dampfersteg. Dort waren dann sicherlich mehrere Hundert, vielleicht auch 1000 (ich kann so etwas nicht gut schätzen) versammelt, um gegen das Bootshaus der Wasserschutzpolizei am Dampfersteg zu protestieren.

Wie aus einem Werbespot der CSU

Es war ganz offensichtlich, dass das kein Anliegen von „ein paar grünen Spinnern“ ist, sondern eine breite Strömung in der Bevölkerung. Singles, Familien, Rentner, Skater im Hoodie und ältere Herren im Trachtenjanker demonstrierten einträchtig nebeneinander, und dazu spielte am Steg die Blasmusik.
Ohne die Protestschilder hätte es eine Szene aus einem Imagefilm der CSU sein können. Vielleicht hilft das der Staatsregierung sich zu erinnern, was der damalige Ministerpräsident Stoiber zu den Planungen für das Bootshaus in St. Alban sagte: Dass es ihm wichtig sei, ein Einvernehmen mit der Bevölkerung zu finden – und darum das Projekt stoppte.

Anfrage an die Staatsregierung

Die Gemeinderatssitzung war extra in einen großen Saal der Bayerischen Verwaltungsschule verlegt worden. Der Andrang war trotzdem zu groß und viele Besucher mussten draußen bleiben.
Neue Erkenntnisse brachte die Veranstaltung keine. Polizei und Innenministerium wiederholten die bekannten Argumente, und eine Diskussion mit den Bürgern war von vornherein nicht geplant.
Gespannt bin ich da auf das Ergebnis einer Anfrage, die der Abgeordnete Ludwig Hartmann an die Staatsregierung gestellt hat. Darin geht es unter anderem um die Kosten der ganzen Aktion, um die konkreten Aufgaben der Wasserschutzpolizei und darum, wie viele Delikte in den letzten Jahren erfasst wurden. Das zielt auch darauf ab, warum 2011 ein zweites Polizeiboot angeschafft werden musste, weil die große WSP 7 für den Uferbereich ungeeignet ist.
Mal sehen, vielleicht stellt sich heraus, dass wir nicht ein Bootshaus zuwenig, sondern ein Polizeiboot zuviel haben.

Kommentare

  1. Eisenkolb Gerhard

    Dieses Riesenboot ist ist weder aufgabengerecht noch zweckdienlich.
    Lediglich martialisch. Doch der Ammersee braucht kein "Kanonenboot"! Jets wären für die Aufgaben der Wasser Polizei am besten geignet. So wie es an Land Polizeimotorraeder gibt.

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