Schondorf wird sicherer

Seit etwas über einem Jahr engagiere ich mich in der Gruppe „Sicher durch Schondorf“. Wir setzen uns dafür ein, dass die Radwege in Schondorf sicherer werden. Zum Abschluss des letzten Jahres konnten wir nun einen schönen Erfolg erzielen. Bei der Aufstellung der Maßnahmen zum integrierten Entwicklungskonzept (ISEK) gab der Gemeinderat dem Radverkehr eine hohe Priorität. Im Rahmen des ISEK wird es eine Feinuntersuchung der Radwegenetzverbindungen im Ort geben. Darüber hinaus wird auch ein Konzept zur Optimierung erstellt. Außerdem soll auch für den Brennpunk Staatstraße St 2055 (Uttinger/Greifenberger Strasse) ein Verkehrskonzept aufgestellt werden. Das heißt, dass zwei der jetzt beschlossenen fünf ISEK-Maßnahmen unser Anliegen betreffen.

Sicher durch Schondorf

Ergebnisse der Umfrage Sicher durch Schondorf
Auswertung Fragebogen „Sicher durch Schondorf“

Unter dem Namen „Sicher durch Schondorf“ engagieren sich Barbara Freier, Stefanie Windhausen-Grellmann, Rudi Hoffmann, Herbert Thalhofer und ich für bessere Radwege in unserer Gemeinde. Als Erstes verschickten wir einen Fragebogen an Schondorfer Eltern und Schüler. Kinder sind nun einmal die schwächsten Verkehrsteilnehmer. Darum wollten wir wissen, wie sie in Schondorf das Rad nutzen, und wo sie die Gefahrenstellen sehen.

Die Reaktion auf diese Umfrage hat uns selbst überrascht. Die Eltern von 249 Kindern haben den Fragebogen ausgefüllt, und zwar mit oft sehr detaillierten Angaben zu Problemstellen und Lösungsvorschlägen. Diese Ergebnisse konnten wir dann am 4. Juli letzten Jahres im Schondorfer Gemeinderat präsentieren. Wir haben dabei gesehen, dass die Gemeinde das Projekt sehr positiv aufnimmt.

Gemeinsame Befahrung

Sicher durch Schondorf Befahrung mit Bürgermeister und Gemeinderäten
Befahrung mit (von links) den Gemeinderäten Martin Wagner, Wolfgang Schraml, Marius Polter, Rudi Hoffmann und Bürgermeister Alexander Herrmann

So kamen wir auch schnell zum nächsten Schritt, einer gemeinsamen Befahrung der Gefahrenstellen mit dem Bürgermeister und Mitgliedern des Gemeinderats. Dabei wurden an Ort und Stelle Möglichkeiten diskutiert, wie man gefährliche Stellen entschärfen kann. Danach war dann im September Martin Baumeister vom ADFC (https://www.adfc.de/) mit uns unterwegs. Von ihm bekamen wir wertvolle Tipps, wie man Verbesserungen angehen sollte. Im Oktober haben wir unsere Initiative beim 1. Ammersee Radlertreff vorgestellt (siehe Ammersee Radlertreff).

Uns wurde immer mehr klar, dass eine Verbesserung der Radwege keine einfache Sache ist. Trotz allen guten Willens der Gemeinde, steht man hier schnell vor einem unüberschaubaren Wust an Vorschriften und Gesetzen. Man möchte nicht glauben, wie schwierig es in Deutschland ist, auch nur einen farbigen Streifen auf den Asphalt zu malen.

Hier haben eigentlich nur professionelle Verkehrsplaner den notwendigen Überblick. Das kostet allerdings Geld, und das sitzt auch in der Gemeinde Schondorf nicht so locker.

Integriertes Entwicklungskonzept

Darum haben wir unsere Hoffnung vermehrt auf das Integrierte Entwicklungskonzept ISEK gesetzt (siehe Schondorfer wollen mitreden). Projekte im Rahmen dieses kommunalen Entwicklungskonzeptes werden nämlich von der Staatsregierung gefördert. Natürlich waren wir dann sehr gespannt, für welche ISEK-Maßnahmen sich die Gemeinde entscheiden würde. Zu unserer großen Freude sind unter den fünf im November beschlossenen ISEK-Projekten nun gleich zwei mit Bezug zu unserem Anliegen.

Zum Einen wurde beschlossen, einen Verkehrsplaner zu beauftragen, der ein Konzept für die Radwegenetzverbindung erstellt. So soll aus den jetzt noch unterbrochenen Radverbindungen im Ort ein durchgängiges Netz entstehen. Zum Zweiten wird die Staatstraße St 2055 (Uttinger/Greifenberger Strasse) untersucht und ein Verkehrskonzept dafür erstellt. Auch das ist ein wichtiger Punkt für uns. Gerade die Uttinger und Greifenberger Strasse sind ein Problem für die Radfahrer in Schondorf, was auch in unserer Fragebogenaktion deutlich wurde.

Sicher durch Schondorf Befahrung mit ADFC
Besichtigung mit Martin Baumeister vom ADFC (Zweiter von links)

Presseberichte

An dieser Stelle danke ich allen, die „Sicher durch Schondorf“ unterstützen. Ein besonderes Danke geht an die Presse, die regelmäßig und sehr positiv über unsere Aktionen berichtet hat. Hier eine Auswahl an Beiträgen:

 

Kommentare

  1. Susanne Dr. Lücke

    Bravo! Und – ich sage es nicht zum ersten Mal – Radfahrer könnten noch sicherer sein, wenn sie bei Dunkelheit mit Licht fahren würden. Es mag Zufall sein, aber nach meiner Erfahrung ist es im Ort eher die Regel, auf Licht zu verzichten.

    • Leopold Ploner

      Da gebe ich Dir Recht, Susanne. Auch ich staune immer wieder über den Leichtsinn mancher Radfahrer. Ich finde es übrigens auch unverständlich, warum das gesetzlich nicht strikter geregelt ist. Wenn es nach mir ginge, dürften Fahrräder ohne Lichtanlage gar nicht auf der Straße fahren, am besten gleich nicht in den Handel kommen.

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