Meine Deutsche Glasfaser Erfahrungen

Seit rund einem Jahr haben wir nun einen Glasfaseranschluss im Haus. Zeit für eine kleine Zusammenfassung meiner Deutsche Glasfaser Erfahrungen. Wie haben sich Internet, Telefon und Fernsehen mit dem Anbieter DG (https://www.deutsche-glasfaser.de/) bislang bewährt?

Verlegung: Chaotisch

Deutsche Glasfaser PoP
Unspektakulär: der Glasfaser-Hauptverteiler am Eichet

Im Sommer 2016 haben wir uns für einen Anschluss der Firma Deutsche Glasfaser entschieden. Bis Oktober waren dann genug Anmeldungen beisammen, um mit dem Netzausbau in Schondorf zu beginnen (Tag der Entscheidung).

Im Frühjahr 2017 wurden die Straßen für die Verlegung aufgegraben, und diese Gräben begleiteten uns dann über ein Jahr lang. Erst im Sommer 2018 wurden nach vielem hin und her die aufgerissenen Bürgersteige wieder ordentlich asphaltiert (siehe Zeichen und Wunder).

Anschluss: Unvorhersehbar

Anfang 2018 stand plötzlich ein netter Herr von Deutsche Glasfaser (oder einem der Subunternehmer) vor meiner Tür. Er schaute sich die Örtlichkeiten an und notierte sich, wie man die Glasfaser am besten in unser Haus verlegen könnte. Ab da kamen im Abstand einiger Wochen immer wieder mal spontan Leute vorbei. Mal wurden Leerrohre gelegt, dann Schlauchhüllen eingezogen, schließlich die Glasfaser eingeblasen.

Angekündigt waren diese Besuche nie. Anscheinend ging man davon aus, dass die Kunden schon brav Zuhause warten werden. Im April 2018 kam dann der große Tag: Die Glasfaser wurde an meinen Router angeschlossen.

Installation: Problemlos

Das war eine meiner wirklich positiven Deutsche Glasfaser Erfahrungen. Der Anschluss war völlig problemlos, binnen kürzester Zeit hatte ich eine funktionierende Internetverbindung. Das lag sicher auch an dem Router (Fritzbox 7490), dessen Einrichtung ziemlich idiotensicher ist. Probleme gab es nur mit dem Telefon, aber dazu später.

Glasfaseranschluss mit FritzBox 7490
Problemlose Installation der FritzBox 7490

Internet: Sehr schnell

Speedtest Deutsche GlasfaserDie große Stärke von Glasfaser-Internet ist natürlich die hohe Geschwindigkeit. Ich habe mit dem Speedtest von Chip (https://speedtest.chip.de/) einmal nachgeschaut: 47 Mb/s im Download und 42Mb/s im Upload.

Mir ist schon klar, dass ich hier eher die Geschwindigkeit meines WLAN-Netzwerks messe, als die tatsächliche Leistung der Glasfaser. Dazu müsste ich den Rechner per Kabel direkt mit dem Router verbinden, und alle anderen Geräte abschalten. Das ist mir aber zuviel Aufwand. Jedenfalls reicht die Geschwindigkeit locker für alles, was man im Internet machen möchte, auch wenn man parallel noch Musik und Videos streamt.

Telefon: Ein Drama

Wir hatten davor eine Telefonanlage mit zehn Nebenstellen und den entsprechenden Rufnummern von der Telekom. Diese zehn Nummern wollte ich übernehmen, und habe das auch im Auftrag so angegeben. Kurz vor der Installation des Anschlusses erhielt ich einen Anruf von Deutsche Glasfaser. In recht barschem Ton wurde mir mitgeteilt, dass das ja gar nicht zehn Nummern seien, sondern ein Zehner-Rufnummernblock (Ich wusste gar nicht, dass es da einen Unterschied gibt). Diesen Rufnummernblock könne man nicht übernehmen, das gehe nicht.

Deutsche Glasfaser Erfahrungen TelefonAb dann gab es eine wochenlange Diskussion per Telefon und Email. Ich bestand immer wieder darauf, dass ich die Rufnummern haben will, die ich bestellt hatte. Deutsche Glasfaser blieb stur dabei, dass das nicht geht, weil es eben ein Rufnummernblock sei. Irgendwann keimte Hoffnung auf. Man könne den Rufnummernblock doch übernehmen, nur nicht in meinem Vertrag. Ich müsste dazu einen Business-Vertrag abschließen. Das klang gut, bis ich den Preis erfuhr: € 300 pro Monat.

An dem Punkt war ich knapp daran, den Glasfaseranschluss wieder stillzulegen, und reumütig zur Telekom zurückzukehren. Letztlich habe ich dann doch in den saueren Apfel gebissen und vier neue Nummern akzeptiert. Ist natürlich ein Horror, wenn man das auf der gesamten Geschäftskorrespondenz ändern muss. Zumindest arbeiten Telefon und Fax bislang problemlos.

Fernsehen: Funktioniert

Zum Fernsehen via Glasfaser kann ich nicht viel sagen, außer dass es funktioniert. Ich habe die Set-Top Box einmal probeweise angeschlossen. Man scheint damit tatsächlich über 90 Sender empfangen zu können, von denen mich 80 überhaupt nicht interessieren. Ob das nun in HD und Multi-Audio ist weiß ich nicht, sowas gibt unser alter Fernseher nicht her. Ich habe ihn einfach wieder an die Satellitenschüssel gehängt.

Service: Nett, aber hilflos

Bei der Einrichtung der Telefonleitungen und Nebenstellen kam ich mit der Anleitung nicht ganz zurecht. Darum habe ich mehrmals die Service-Hotline angerufen. Die Damen und Herren waren sehr freundlich, konnten mir aber auch nicht weiterhelfen. Es scheint mir, dass Deutsche Glasfaser den Hotline-Mitarbeitern nur eine sehr grundlegende Einschulung gibt. Einer der Mitarbeiter sagte mir erfrischend ehrlich, dass ich doch besser per Google die diversen Glasfaser-Foren im Internet durchsuchen sollte. Dort würde ich eher eine Lösung für mein Problem finden. So war es dann auch.

Deutsche Glasfaser Erfahrungen Router
Hier rasen die Bits und Bytes durch die Leitung

Verfügbarkeit: Sehr zuverlässig

Zu meinen ausgesprochen positiven Deutsche Glasfaser Erfahrungen zählt bislang die Zuverlässigkeit. In den rund 12 Monaten gab es nur einmal einen kurzen Ausfall. Den habe ich noch nicht einmal bemerkt, weil er mitten in der Nacht passierte. Ansonsten war die Internetverbindung bis jetzt – toi, toi, toi – immer stabil. Da hatte ich mit der Telekom öfters Probleme.

Alles in allem sind meine Deutsche Glasfaser Erfahrungen positiv. Mit Ausnahme des leidigen Rufnummernblocks gab es keine Schwierigkeiten. Ich würde mich wahrscheinlich wieder dafür entscheiden.

Wie sind eure Erfahrungen? Schreibt doch mal in den Kommentaren, wie der Glasfaseranschluss bei euch funktioniert. Seid ihr zufrieden oder gibt es Ärger, bereut ihr die Entscheidung oder würdet ihr wieder bei Deutsche Glasfaser unterschreiben?

Kommentare

  1. Holger Emmert

    Hallo Herr Ploner,
    zunächst mal: Danke für Ihren Blog, den ich gerne lese. Ich finde Ihre Themenwahl gelungen, die ausgewogene Position und auch Ihren „journalistischen“ Stil. Danke und machen Sie bitte weiter so!

    Zum Thema Glasfaser teile ich Ihre hohe Zufriedenheit mit der Funktionsfähigkeit, leider auch Ihre Erfahrung mit rudimentär geschulten Hotline-Mitarbeitern. Bei mir ging es wegen der Nutzung mehrerer Telefonnummern darum, inwieweit ISDN notwendig ist. Der freundliche Herr am anderen Ende hat seine völlige Ahnungslosigkeit durch höchst souveränes Auftreten cachiert und mich dadurch beinahe zu einer sinnlosen Vertragsänderung bewegt. Die Nachfrage beim nächsten Ahnungslosen hatte dann zumindest die Fehlerhaftigkeit des Angebots offenbart. Das einzige Thema, das ich noch immer nicht gelöst habe, sind Voicemails, die gelegentlich und warum auch immer nicht auf unserem physischen Anrufbeantworter zuhause landen, sondern auf dem Glasfaser-AB in der Cloud. Und dennoch: das ganze ist eine feine Sache, ich würde mich ebenfalls wieder dafür entscheiden.

    Beste Grüße
    Holger Emmert

  2. Michael Lang

    Das mit dem Rufnummernblock stimmt so, wie die DG es beschreibt und ist meines Wissens auch bei der Telekom unter dem Begriff „Anlagenanschluss“ nur für Geschäftskunden erhältlich, weil für die Nutzung eine Nebenstellenanlage nötig ist. Das dürfte dann wohl auch das Problem mit der DG gewesen sein. Die Fritzbox kann eigentlich keinen Rufnummernblock ohne Nebenstellenanlage nutzen. Das geht nur mit Tricks. Zitat von AVM-Webseite: „Da es sich um keine garantierte Produkteigenschaft handelt, sichert AVM den störungsfreien Betrieb der FRITZ!Box am ISDN-Anlagenanschluss allerdings nicht zu.“ Außerdem, wenn ich lese „… wenn man das auf der gesamten Geschäftskorrespondenz ändern muss …“, dann kling mir das von der Erwartung und Nutzung her ganz nach einem Geschäftsanschluss. Als Selbständiger weiß ich natürlich, dass sich für ein kleines Business so ein Businessvertrag nicht rechnet, aber dann muss ich eben mit den technischen „Privatkonditionen“ (z.B. einzelne Rufnummern statt Block) leben. Das kann man nicht der DG anlasten und war bei mir mit 1&1 das Gleiche.

    • Leopold Ploner

      Technisch mag das mit dem Rufnummernblock alles durchaus stimmen. Was mich aufgeregt hat (und immer noch aufregt) ist, dass mir Deutsche Glasfaser das nicht beim Vertragsabschluss gesagt hat. Nein, man hat zwei Jahre gewartet um mir dann kurz vor der Installation zu sagen, dass es nicht ginge.

  3. Das mit dem Rufnummernblock ist natürlich doof – die Rufnummern hätte man aber problemlos zu einem anderen VoIP Provider übertragen können – wie z.B. peoplefone – dann wären Sie weiterhin unter den Rufnummern erreichbar gewesen und bei raus telefonieren hätte man die Wahl gehabt Glasfaser oder peoplefone nutzen. Da peoplefone keine monatlichen Kosten verlangt ist da immer eine gute Lösung !!

  4. Pingback: Deutsche Glasfer – Pro und Contra, Kommentare, Meinungen und Erfahrungen – Andy's Blog

  5. Peter Böttrich

    Hallo Herr Ploner,
    nach der Sucheingabe „Probleme mit Deutsche Glasfaser“ kam ich auch zu Ihrem Blog.
    Ich wohne in Zorneding, östlich von München. Im März diesen Jahres habe ich bei der Deutsche Glasfaser eine entsprechende Online-Bestellung aufgegeben unter Angabe von 10 Rufnummern. Es gab danach telefonische Abklärungen wegen der Übernahme der Rufnummern. Es wurde darüber diskutiert, ob es sich um einen Rufnummernblock oder um Einzelrufnummern handelt. Im April kam dann die Auftragsbestätigung mit der Bestätigung, daß die Rufnummern alle übernommen werden. Im Anschreiben stand, daß sich demnächst jemand von der Kabelverlegefirma meldet um das weitere technische Procedere zu besprechen.
    Nachdem sich bis zum heutigen Tag aber niemand meldete, die Nachbarn alle angeschlossen und die Teerdecken wieder hergestellt sind, habe ich Mitte letzter Woche an die Deutsche Glasfaser geschrieben und eine Ausführungsfrist bis zum Ende November gesetzt. Eine Antwort liegt bis heute nicht vor. Es ist mir von anderer Seite zugetragen worden, daß die Deutsche Glasfaser auch anderswo versucht solche von den Subunternehmern „vergessenen“ Aufträge nicht mehr ausführen zu lassen, weil die Kosten hierfür deutlich höher liegen als im „Sammelanschluß“. Man versucht angeblich dies seitens der Deutsche Glasfaser auszusitzen.
    Ich möchte mangels entsprechender Alternative den bestellten und bestätigten Anschluß haben und werde mir Montag kommender Woche anwaltliche Hilfe nehmen. Ich werde gelegentlich berichten.

    Beste Grüße
    Peter Böttrich

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