Wohin entwickelt sich der Ammersee?

Lokale Entwicklungsstrategie Ammersee

Es geht voran. Anfang Dezember hatte ich mich noch darüber gewundert, wie still es um die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Ammersee geworden war (Hallo, ist da wer?).
Kurz danach (nur ein Zufall) hat die LAG dann ihre Lokale Entwicklungsstrategie (LES) vorgestellt, mit der man sich am EU-Förderprogramm LEADER beteiligen will.
Das Dokument kann von der LAG Ammersee Website heruntergeladen werden: www.lagammersee.de/images/pdf/LES%20endgltig.pdf
Ich habe mal einen ersten Blick in „Ammersee – Region für alle“ geworfen.
 
Über die bürokratischen Sprechblasen (Bürger-Workshop: Mein Ausflug in die Bürokratie) habe ich schon gelästert, das kann ich diesmal weglassen.
Wichtig ist ja – wie der Staatsmann sagt – was hinten herauskommt. Was sind also die Ziele der Lokalen Entwicklungsstrategie?

Entwicklungsziele und Gewichtung

Der übergeordnete Leitgedanke der Strategie ist, am Ammersee eine „Region für alle“ zu schaffen. Daraus sind sechs Entwicklungsziele entstanden, die in dieser Reihenfolge gewichtet wurden. Die Prozentzahlen sind der jeweilige Anteil am Förderbudget:

  1. Klimafreundliches Mobilitätsangebot: 23%
  2. Ammersee-Kultur-Region 20%
  3. Regionale Produkte & Dienstleitungen 15%
  4. Klassenzimmer Ammersee 10%
  5. Austausch der Generationen und Kulturen 8%
  6. Umweltqualität 4%

Da fehlen noch 20% zum Gesamtbudget? Richtig, die sind für das Management der Lokalen Aktionsgruppe eingeplant.

Gebiet der Lokale Aktionsgruppe (LAG) Ammersee
Karte des LAG Gebiets
(© LAG Ammersee)

1,2 Mio. Euro Fördersumme

Im Ganzen geht es um ein Fördervolumen von 1,2 Mio. Euro über sieben Jahre. Da LEADER Projekte üblicherweise mit 50% gefördert werden, sind das Gesamtinvestitionen von 2,4 Mio. für die Region. Damit lässt sich schon etwas bewegen.

20% für das Management

Bei der Verteilung des Budgets steht das LAG Management mit 20% an zweiter Stelle. Dazu kommen ca. 55.000 Euro jährlich aus der Umlage der beteiligten Gemeinden.
Macht – wenn ich richtig gerechnet habe – rund 90.000 Euro pro Jahr.
Das sorgt bei mir erst einmal für Stirnrunzeln.

Öffentlichkeitsarbeit und Bürgerdialog

€ 90.000 jährlich für die Verwaltung klingt nach einem Haufen Geld. Allerdings wird aus diesem Topf nicht nur der LAG-Manager bezahlt, sondern auch eine Halbtagsstelle für Öffentlichkeitsarbeit und Bürgerdialog geschaffen. Diese soll regelmäßige Bürgerworkshops organisieren, den Kontakt zur Presse pflegen, und www.LAGAmmersee.de zu einer Dialog-Plattform weiterentwickeln (Ich habe nicht ganz verstanden, ob das dann www.mein-ammersee-2020.de ersetzen soll). Die LES spricht davon, während der Förderperiode „Bürgerbeteiligung als Regelprozess“ einzusetzen.

Bürgerbeteiligung als Regelprozess

Man wird sehen müssen, wie das Budget tatsächlich verwendet wird: Wenn es hauptsächlich in Selbstdarstellung und Verwaltung fließt, dann finde ich das etwas viel.
Wenn aber wirklich der Dialog mit den Bürgern gefördert wird, dann erscheint es mir als eine sinnvolle Investition.
Wie siehst Du das?

Kommentare

  1. Eisenkolb Gerhard

    Wie ist das?
    Auch wenn nichts davon realisiert wird, gibts dann trotzdem die 20% fürs Management?
    Wird die Stelle des Managers ausgeschrieben, oder ist diese automatisch vom LES-Manager bereits besetzt? Und wieso kommen die Kosten in den Foerderantrag? Als eigene Position?

  2. Ich kann das leider nicht beantworten, ich habe nur die Informationen aus der LES: http://www.lagammersee.de/images/pdf/LES%20endgltig.pdf
    Das LAG Management wird erst einmal durch die Umlage der Mitgliedsgemeinden finanziert: 0,78€/Einwohner/Jahr (S. 9). Ich verstehe es so, dass auf dieser Basis dann eine Förderung für das LAG Management beantragt wird (S. 31).
    Das LAG Management soll im Januar, nach Bekanntgabe der Förderzusage ausgeschrieben werden (S. 37).

  3. Eisenkolb Gerhard

    Trotzdem komisch, dass die Managementkosten als Förderungsmittel beantragt werden.
    Was ist dann mit den Planungskosten?
    Gehören die zum einzelnen Projekt?
    Oder zu den Managementkosten.
    Also bei einem Architekten sinds so hab ich mal gelernt 10%.
    Und da ist die Planung mit integriert.

  4. Vor 5 Jahren bekam ich in meiner Funktion als Grafikdesignerin eine Anfrage von der "Schutzgemeinschaft Deutscher Wald". Die hatte vor, eine Broschüre für Lehrer auf den Markt zu bringen. Ziel: Schülern am Ammersee Flora, Fauna und Brauchtum der Region näherzubringen.

    Ich habe das Angebot abgegeben – und darauf 2 Jahre lang nichts gehört.
    Dann bekam ich vorletztes Jahr wieder eine Anfrage. Es sollte keine Broschüre mehr erstellt werden, sondern eine Webseite.
    Da ich keine Freundin von "normalen" Webseiten bin, wollte ich dem Verband kein Angebot für eine Webseite machen, sondern vorschlagen, ein Blog einzurichten. Weil ich doof bin, habe ich gemeinsam mit einem Web-Programmierer ein Demo-Blog erstellt – um zu zeigen, wie so ein Blog meiner Meinung nach (ich zähle zu der Riege der ersten Blogger in Deutschland) aussehen sollte. Da ich gut bekannt bin mit Karin Greiner, ihres Zeichens Biologin, Autorin und Journalistin, die sich mit der hiesigen Flora bestens auskennt, habe ich sie gebeten, mir beim Erstellen der Struktur für das Demoblog behilflich zu sein. Sie ist meiner Bitte gefolgt.

    Dann habe ich noch mit einer Schuldirektorin Kontakt aufgenommen, und sie ebenfalls gebeten, sich die Struktur der Seite anzuschauen. Sie hat es gemacht und mir einige wertvolle Tipps gegeben, die ich umgesetzt habe.

    Langer Rede kurzer Sinn: Ich habe für den Verein ein voll funktionierendes Blog erstellt, das SOFORT hätte Online gehen können. Denn die gesamte Struktur war komplett. Außerdem schlüssig und logisch und mit vielen lehrreichen Inhalten gefüllt. All das (eine volle Woche Arbeit) habe ich KOSTENLOS gemacht. Weil ich von meinem/unserem Konzept absolut überzeugt war.

    Ich habe auch zwei Biologie- Lehrer gebeten, ihre Meinung dazu abzugeben. Beide waren total begeistert.

    Dann habe ich den Verband, genau gesagt, Herrn Markus Placek, der das Projekt betreut(e), um einen Termin gebeten, um das Blog vorzustellen. Herr Blacek war NICHT interessiert daran. Ich solle einfach nur das Angebot abgeben …

    Das habe ich gemacht.

    Daraufhin habe ich wieder nichts gehört. Als ich nach drei Monaten nachgefragt habe, wurde mir gesagt, der Auftrag sei anderweitig vergeben worden. Das Ergebnis kann man hier betrachten.

    http://www.lernort-ammersee.de

    Diese Homepage kann man definitiv in die Tonne treten. Denn sie ist ein Witz!!!

    Hier geht es wohl wieder nur darum, dass irgendwelche Verband-Heinis ihr Gehalt finanziert bekommen. Da wird Kohle rausgeschmissen ohne Ende, ob es Sinn macht, interessiert keinen.

    Und die Webseite "Lernort Ammersee" ist im Grunde kein Witz, sondern eine Frechheit!!! Das von mir/uns konzipierte Blog wäre perfekt gewesen, aber leider interessierte sich niemand dafür. Hoch lebe der Bürokratismus!

    Beste Grüße!
    Renate Blaes

  5. Anonym

    Die Seite "Lernort Ammersee" ist inhaltlich auch eine Frechheit, Schülerreferate in Biologie oder sogar Grundschulalter HSU, schneiden da besser ab. Ich finde das wäre auch ein schönes Schulprojekt gewesen für die Fächer Informatik u.Biologie.

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