Bürgerprojekte vom Gemeinderat gebilligt

Die Ideen für Schondorf haben die letzte Hürde passiert. Bei der Sitzung am 19. Januar wurden die am besten platzierten Schondorfer Bürgerprojekte vom Gemeinderat gebilligt. Damit ist der Weg frei für die Verwirklichung von fünf neue Ideen, nämlich einem Bike-Spielplatz, der Freiwillig 30 Initiative, einer Panoramatafel in der Seeanlage, einer Himmelsliege und der Sanierung der Grabungsstätte Villa Rustica.

Für das Bürgerbudget stellten sich elf Projekte zur Abstimmung (Schondorfer Ideensammlung). Aus den Stimmen der Bürgerbeteiligung ergab sich die Reihenfolge, in der die einzelnen Ideen dem Gemeinderat vorgestellt werden. Der hat in der Angelegenheit das letzte Wort. Da es um gemeindliche Ausgaben geht, müssen die Bürgerprojekte vom Gemeinderat gebilligt werden. Die folgenden Projekte wurden in der Sitzung angenommen und können nun verwirklicht werden.

Bike-Spielplatz

Auf Platz eins in der Bürgerabstimmung (Nach der Wahl) ist der Bike-Spielplatz gelandet. Das ist eine Anlage, auf der mehrere Strecken verschiedener Schwierigkeitsstufen angelegt sind. Das umfasst Kurven, Wellen, Steigungen und sogar Sprünge, auf denen Kinder die Geschicklichkeit mit dem Fahrrad spielerisch trainieren können. So etwas gibt es zum Beispiel bereits in Schongau oder Söcking, und wird dort anscheinend sehr gut angenommen.

Scondorfer Bürgerprojekte vom Gemeinderat gebilligt z. B. einen Bikepark
Photo von Pixabay

Ursprünglich war der Bike-Spielplatz auf einem Grundstück am Kugelspiel angedacht. Das hat sich mittlerweile aber zerschlagen. Zum Glück kam gleich bei der Abstimmung ein Alternativvorschlag aus dem Gemeinderat. Am Sportgelände war nahe dem Parkplatz wohl einmal ein Rodelhügel geplant, der aber nie realisiert wurde und inzwischen überwuchert ist. Hier hätte man durch das abschüssige Gelände beste Voraussetzungen für einen solchen Fahrrad-Parcours.

Mir gefällt die Idee, den Kinder auf diese Weise Sicherheit und Spaß auf dem Fahrrad zu vermitteln. Vielleicht prägt sich das ein, und sie haben später als Erwachsene immer noch mehr Spaß am Rad- als am Autofahren. Speziell wenn sich bis dahin Tempo 30 als Normalgeschwindigkeit im Ort durchgesetzt hat.

Freiwillig 30

Mich persönlich hat es natürlich sehr gefreut, dass auch die von mir eingereichte Initiative Freiwillig 30 abgesegnet wurde. Die Zustimmung erfolgte auch noch mit einer sehr klaren Mehrheit von 15:1 Stimmen. Das hätte ich nicht erwartet, denn natürlich ist diese Aktion etwas kontroverser als ein Fahrrad-Spielplatz oder eine Panoramatafel. Jedenfalls tut es gut zu wissen, dass diese freiwillige Verkehrsberuhigung so viel Rückhalt im Gemeinderat hat (https://freiwillig30.de).

Panoramatafel in der Seeanlage

Fragt ein Tourist in Bayern einen Einheimischen: „Sagen Sie, guter Mann, wie heißt denn der Berg da drüben?“
„Wölchena?“
„Aha, der Wölchener. Vielen Dank.“

Eine Panoramatafel soll die von Schondorf aus sichtbaren Berggipfel beschreiben
In Zukunft erklärt eine Panoramatafel, welche Berge hier zu sehen sind

Mit solchen Witzchen ist es in Zukunft vorbei. In der Seeanlage wird eine Panoramatafel aufgestellt, auf der die sichtbaren Berggipfel beschrieben werden. Ich bin sehr froh darüber, denn ich bin in der Geographie der Alpengipfel nicht ganz sattelfest. In Zukunft werde auch ich dann wissen, wo Benediktenwand, Karwendelspitze oder Hinterreintalschrofen eigentlich liegen.

Himmelsliege

Wer nicht in die Ferne, sondern ins Blaue schauen will, für den wird es in Zukunft eine sogenannte Himmelsliege geben. Das ist eine gemütliche Holzliege, von der aus man ganz entspannt in die Wolken gucken kann. Das passt sehr gut in die Schondorfer Seeanlage, denn hier ist bekanntlich fast alles verboten, und nur Stillsitzen erlaubt. Von daher finde ich es nur konsequent, dass solche Bürgerprojekte vom Gemeinderat gebilligt werden.

Villa Rustica

Eng wurde es mit dem fünftplatzierten Projekt, der Sanierung der Fundamentmarkierung an der römischen Villa Rustica beim gemeindlichen Badeplatz. Eigentlich war das vorhandene Geld mit den vier erstplatzierten Projekten bereits verbraucht. Zum Glück hat sich dann herausgestellt, dass die Himmelsliege günstiger ist als erwartet. Auch der Frischwasserbrunnen am Bahnhof aus dem letztjährigen Bürgerbudget (Das kühle Nass) hat weniger gekostet, als ursprünglich veranschlagt. So blieb noch etwas Geld übrig, um die Sanierung der römischen Ausgrabung zumindest teilweise zu finanzieren.

Grundmauerdes römischen Bafehauses in Schondorf am Ammersee
Grundriss der römischen Villa Rustica in Schondorf

Als Mitglied des Schondorfer Kreises (http://schondorfer-kreis.de/) bin ich sehr froh darüber, dass der Verein mit diesem Projekt zum Zug kam. Diese Ausgrabung ist meines Wissens am ganzen Ammersee das einzig sichtbare Zeugnis der Römerzeit. Der Schondorfer Kreis kümmert sich liebevoll um den Erhalt, aber der Kampf gegen das Unkraut in der Aufschotterung ist eine Sisyphusarbeit. Mit flachen Klinkern ausgelegt wird dieses historische Denkmal wesentlich gepflegter aussehen.

Neuer Anlauf 2022

Für die restlichen Projekte war dann leider kein Geld mehr übrig: https://www.schondorf-ammersee.de/rathaus-verwaltung/ideen-fuer-schondorf/projekte-2021/22

Schade, denn einiges davon, wie beispielsweise die Spielkiste, hätte mir sehr gut gefallen. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Auch 2022 wird es wieder ein Bürgerbudget geben, und vielleicht machen einige der Projektpaten dann einen neuen Anlauf.

4 Gedanken zu „Bürgerprojekte vom Gemeinderat gebilligt“

  1. Beispielhafte Sache, dieses Bürgerbudget! Gutes Gelingen für die beschlossenen Projekte und weiterhin viele Fortsetzungen!

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    • Ja, es macht uns schon ein bisschen stolz, dass das erfolgreiche Schondorfer Modell inzwischen auch in Utting und Greifenberg aufgegriffen wurde.

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  2. Der Schlittenhügel war nicht nur geplant, sondern wurde auch über Jahre genutzt. Er ist seit 1999 im Bebauungsplan „Sportgebiet Bergstrasse“ rechtskräftig festgesetzt. Wegen zu geringer Nutzung und mangels aktiver Pflege ist er so zugewuchert, dass die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt Landsberg am Lech im Rahmen der 1. Änderung dieses Bebauungsplans die Nutzung hier untersagen will. Nach meiner Ansicht sollte man aktiv gegen diese Position wenig kinderfreundliche Stellungnahme argumentieren und dafür kämpfen, dass hier der Bike-Park möglich gemacht wird. Bei Schnee kann dann dort auch das Schlttenfahren wieder aufgenommen werden.

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    • Vielen Dank für die zusätzliche Information. Ich wusste nichts von diesem Rodelhügel – aus dem Alter bin ich inzwischen heraus 🙂
      Ich habe nur davon erfahren, weil Thomas Betz es in der Gemeinderatssitzung als möglichen Standort für den Bike-Park ins Gespräch gebracht hat.
      Hoffen wir, dass das klappt und nicht an einem Konflikt mit dem Naturschutz scheitert.

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